5 Berg-Basics, die jedes Kind wirklich braucht

Was brauche ich wirklich, wenn ich mit Baby oder Kleinkind in die Berge starten will? Muss ich wirklich gleich neue Schuhe, Jacke, Outfits kaufen, oder reicht vielleicht auch die Leihgabe von der Nachbarin? Besonders jetzt, wenn der Winter naht, verfallen wir Eltern oft in große Ratlosigkeit.

Im folgenden Artikel bekommt ihr Antworten auf die Frage, welche Basics Kinder für die Berge wirklich brauchen und was eher ein „nice to have“ ist.

1. Must-haves für Berg-Babies: Wolle und Wollwalk

Im ersten Lebensjahr sind Berg-Babies noch ziemlich genügsam. Solange Mama inklusive mobiler Milchbar zur Verfügung steht, es kuschelig warm ist und genügend Ruhe zum Schlafen und Träumen bleibt, ist das Berg-Baby in der Regel ziemlich zufrieden. Ihr könnt zum Wandern dementsprechend natürlich das Tragetuch verwenden, das ihr auch sonst verwendet, oder den Kinderwagen nehmen, mit dem ihr sonst auch zum Einkaufen geht. Eine Vorraussetzung hier wären: Gummireifen für Schotterwege! Ansonsten fühlt sich das Baby am Berg schnell wie in einer Achterbahn. Wir persönlich hatten gar keinen Kinderwagen, sondern ausschließlich einen Fahrradanhänger mit Joggingrad plus Trage. Würde ich jederzeit wieder so machen.

Das einzige Kleidungsstück, oder Berg-Basic, das ich Euch wirklich ans Herz legen würde, wäre ein Wolle-Seide-Body. Wer sein Kind gerne in der Trage oder im Tuch trägt, kennt das Problem: Mama schwitzt, Baby ist nass. Ein WolleSeide Body trocknet super schnell, wärmt oder kühlt je nach Temperatur und verhindert so, dass euer Baby am Berg zu schnell auskühlt und immer wohlig trocken bleibt.

Im WINTER ist ein Wollwalk-Anzug das Mittel der Wahl. Leicht, warm, schnelltrocknend und ohne Plastik. Am besten gleich etwas größer kaufen, dann passt er mit Glück gleich zwei Jahre lang!

2. Bergschuhe

Ab welchem Alter brauchen Kinder eigentlich Bergschuhe?

Louise hat mit ca. zweieinhalb Jahren ihre ersten outdoor-tauglichen Halbschuhe mit Profilsohle bekommen. Vorher war sie barfuß oder in ihren Barfuss-Schuhen unterwegs. Darin fühlen sich die kleinen Laufanfänger einfach am wohlsten, ihre Füße haben maximalen Spielraum und die Laufstrecken sind meist ohnehin noch nicht wahnsinnig lang.

Ab Zweieinhalb, damals in Größe 24, brauchten wir ohnehin neue Schuhe und kauften dann direkt ein paar Outdoor-Schuhe für jeden Tag, die halbwegs wasserdicht waren und beim Laufen genügend Halt gaben. Knöchelhohe Schuhe finde ich persönlich in diesem Alter eher hinderlich, da sie das Laufen erschweren und somit die Laufmotivation oft eindeutig sinkt. Lieber gemütliche Halbschuhe, in denen die Kids genügend Bewegungsfreiheit haben und gerne laufen.

Wenn ihr Bergschuhe kauft, achtet darauf, dass die Schuhe auch alltagstauglich sind und nicht ausschließlich am Berg getragen werden. Einfach ein paar gescheite Schuhe für Kindergarten, Wald, Feld und Berg. Die Kinderfüße wachsen eh schneller, als man schauen kann!

Dasselbe gilt für WINTER-Schuhe: EIN paar richtig gute Winterschuhe genügen! Achtet unbedingt auf Qualität – in den Aldi-Plastikstiefeln schwitzen Kinderfüße sofort und kühlen dann umso mehr aus. Zum Thema kalte Füße findet ihr HIER noch einen kompletten Artikel.

3. Outdoor-Jacke und -Hose

Es genügt, EINE richtig gute wasser- und winddichte Jacke für den Berg zu haben. Diese sollte aber ebenfalls so alltagstauglich sein, dass sie auch Eure Kindergarten/Wald- und Wiesenjacke ist. Darunter ziehe ich Louise ihr ganz normale Alltagskleidung im Zwiebellook, sodass wir immer genügend Schichten an- und ausziehen kann. Wir haben eine ungefütterte Regenjacke für den Sommer und eine gefütterte Jacke für den Winter, die eher groß geschnitten ist, sodass sogar noch ein Fleecepullover oder ihre Daunenjacke darunter passt.

Dasselbe gilt für eine Outdoor-Hose. Wer gerne klettert, rutscht und in der Natur herumtollt, braucht eine robuste Hose, die einiges mitmacht. Am besten halbwegs wasserdicht und an Po und Knien verstärkt. Louise nennt sie ihre „Arbeitshose“. Für Kindergarten-Regentage hat sie zwar auch die klassische Matschkombi made by Lidl und co. vom Flohmarkt, für trockenere Tage am Spielplatz und am Berg ist aber ihre „Arbeitshose“ und im Winter ihre Wollwalk – Hose definitiv die erste Wahl!

ACHTUNG beim Kauf von Overalls in größeren Größen. Wenn das Thema Windeln vorbei ist, werden Overalls schnell unpraktisch und werden -zumindest von Louise- komplett verschmäht. Mittlerweile ist auch im Winter eine Hose/Jacke-Kombi die erste Wahl.!

4. Fahrrad, Ski und Outdoor-Equipment

Bei Kindern ist es wie bei Erwachsenen: wenn die Hardware stimmt, macht der Sport einfach mehr Gaudi.

Bitte investiert in ein gescheites (erstes) Fahrrad, Ski in der passenden Größe und in ein Laufrad ab ca. 1,5 Jahren, damit das Fahrradfahren Lernen später leichter fällt. Die ersten Radl müssen leicht sein, richtig Gaudi machen und die Bremsen müssen auf kleine Kinderhände angepasst sein. Darüber hinaus müssen die Kids selbst problemlos auf- und absteigen können. Die fahrbaren Untersätze können und sollen gerne gebraucht bei eBay und Co. gekauft werden und müssen keinesfalls Neuware sein!

PSST: Meist kann man die Kinderfahrräder der hochpreisigen Marken nach Benutzung für fast denselben Preis weiterverkaufen! 😉

Kinderski leihen wir jedes Jahr bei uns im Sportgeschäft für die ganze Saison. So stellen wir sicher, dass Louise die richtige Ski- und Schuhgröße erhält, die Ski frisch gewachst und richtig eingestellt sind. Und wenn im Januar plötzliches Fuss-Wachstum einsetzt, können wir die Skischuhe kostenfrei in die nächste Größe umtauschen.

Ebenso ist es wichtig, dass ihr eine gescheite Kraxe oder Trage habt, die dem Kind gefällt und es sich darin wohlfühlt. Wenn die Kraxe immer einschneidet und das Kind darin nicht sitzen will, wird es sicher wenig Lust haben, mit Euch auf den Berg zu gehen!

5. Thermobecher & Thermosflasche

Unser bestes Investment für Louises Berg-Motivation war letztes Jahr: ein Thermobecher! Kaum zu glauben, aber wahr. Seitdem hat sich unser Brotzeit-Angebot am Berg vervielfacht und Louise feiert es so, am Berg aus ihrem Thermobecher zu essen.

Ich wärme ihr einfach daheim irgendwelche Reste vom Vortag auf, oder fülle ihr Kartoffelpüree, Nudeln mit Tomatensoße oder auch warmen Milchreis in den Becher. Ihr Festmahl darf sie dann warm und frisch am Berg geniessen. Das löst auch das Mittagessen-Hunger Problem. Wir sind gerne unabhängig von Louises Essenszeiten unterwegs und haben so zu jeder Zeit eine vollwertige Mahlzeit dabei, die uns auch unabhängig von einer Hütten-Einkehr macht.

Kleiner Anfänger-Tipp: Löffel nicht vergessen! Louise durfte schon mit Holzpellets ihre Nudeln löffeln, weil Papa leider die Gabel vergessen hat 😉

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