Heimat. Von einem ganz besonderen Gefühl.

Heimat. Von einem ganz besonderen Gefühl.

Ich bin Stewardess. Mein Mann ist Pilot. Reisen ist unser Beruf.

Vor Louise haben wir uns oft wochenlang nicht gesehen, oder waren zusammen unterwegs. Waren an einem Tag Fahrradfahren in Moskau, am nächsten Tag Pizza Essen in Rom, oder Wandern in Kiev.

Ich hatte Pfandflaschen aus Tokio, die ich regelmäßig zurückbringen konnte, Freunde in Mexiko, die ich monatlich besucht habe und Zahnpasta gab’s nur die coole indische - man konnte ja immer wieder Nachschub besorgen.

Wenn wir frei hatten, sind wir schnell mit dem Zelt nach Island geflogen, waren klettern in Griechenland, oder haben Freunde in Shanghai besucht.
Und dann kam Louise. Beschäftigungsverbot. Grounding, um in der Fliegersprache zu bleiben.
Wir hatten eine wunderschöne Wohnung mitten in München-Haidhausen, sogar mit Garten. Aber ich wollte raus. Raus aus der Stadt. Während der Schwangerschaft war ich gefühlt nur noch am Berg, in der Natur, im Wald. Shoppen? Kultur? Großstadtflair? Haben wir dank der Fliegerei genügend.

„Ich will raus auf’s Land“ eröffnete ich meinem Mann sehr bald. Irgendwo zwischen Murnau und Rosenheim. So halbwegs erreichbar vom Flughafen, aber weit genug in den Bergen.
Da Oma aus dem Inntal kommt, habe ich aber insgeheim schon etwas mit dem Inntal kalkuliert. Und plötzlich war sie da: unsere Wohnung auf Immoscout. Lars fuhr hin, zwei Tage nach Entbindung, um sie anzusehen, kam zurück in die Klinik und sagte: „Wir ziehen um!“ Hui. Ich hab’ erstmal geheult. Das war alles etwas viel.

Zwei Monate später waren wir da: in unserem 5000-Seelen-Dorf mit Zwiebelturm und Kaiserblick. Unsere Wohnung im Dachgeschoss: ein Traum. Groß, hell, mit wahnsinnigem Bergblick und halb so teuer wie in München.
Einen Tag später haben wir uns Langlauf-Equipment gegönnt und schon ging’s los mit dem Dorfleben. Skitour, Langlaufen, Bergtouren, Hütten, Rodeln. Wir kamen uns vor wie im Urlaub. Und das Gefühl ging nicht mehr weg.
Unser „Dauer-Airbnb“ nennen wir unsere Wohnung. Wir haben wahnsinnig tolle, offene, inspirierende, spannende Freunde kennengelernt und fühlen uns manchmal noch immer wie im Traum.

Ich liebe diese Geborgenheit, die das Dorfleben ausstrahlt. Dieses kleine, gemütliche und einfache. Es gibt nur eine Bar, da geht man eben hin. Es gibt auch nur ein Café und es gibt nur einen Freundeskreis. Nix mit Qual der Wahl.
Statt Kaffee trinken geht man langlaufen, statt spazieren eben auf den Berg. Am Spielplatz kennt man sich und statt Krabbelgruppe gibt’s Klettern mit Familienanschluss.

Ich hätte niemals gedacht, dass es sowas gibt, aber hier fühle ich mich daheim.
Nicht mal ins nächste Dorf würde ich mehr ziehen.
Und das Gefühl ist einfach wunderschön!

 

Von Königen, Kunstwerken und dem Chef der Berge

Von Königen, Kunstwerken und dem Chef der Berge

TRAUMHAFTER BERGURLAUB MIT KIND UND CAPPUCCINO IM SÜDTIROLER EGGENTAL

Louise ist letzte Woche zweieinhalb geworden. Pünktlich zu ihrem „Halbjahresgeburtstag“ hat auch die von allen Eltern gefürchtete WARUM-Phase begonnen.

Als wir letzte Woche unsere Reisetaschen, Kraxe, Wanderschuhe, Radl und Rucksäcke in unseren Van namens Rosl gepackt haben und Louise freudig verkündet haben, dass wir morgen nach Italien fahren, kam sie prompt, die gefürchtete Frage: „WARUM?“

Meine Antwort: „Weil wir da Urlaub machen! Und in die Berge gehen. Da gibt es soo schöne Berge, du wirst Augen machen“

„Aber Berge haben wir doch hier! Sind auch schön.“

Hat sie recht, da kann man nichts dagegen sagen. Aber die Berge in Südtirol, das sind keine Berge. Das sind Kunstwerke! Warum man aber als Bergbewohner in die Berge zum Urlaub machen fährt, das geht einer Zweieinhalbjährigen verständlicherweise nicht so ganz ein. Also, kleine Frau, überzeug Dich selbst.

Zurück in Bella Italia

Unsere Reise führt uns dieses Mal ins wunderschöne Eggental. Noch nie gehört? 

Wir bisher auch nicht. Östlich von Bozen inmitten der Dolomiten gelegen trennen uns nur knappe drei Stunden Fahrtzeit von diesem Paradies. 

Umringt von den wilden Gipfeln des Rosengarten und Latemar sehe ich schon bei der Recherche im Internet, dass es eine Schande ist, dass wir bisher noch nie dort waren!

Meinen einzigen Urlaub am Fuße des Rosengartens habe ich mit acht Jahren verbracht, aber ich erinnere mich bis heute an die wilden Klettersteige dort, auf deren Besteigung ich damals so stolz war. Während der letzten Jahre haben wir jeden Sommer mindestens zwei, drei Wochen mit Bus und Kletterzeug in Südtirol verbracht, allerdings waren wir tatsächlich mehr beim Sportklettern als beim Berggehen, deswegen hat es uns bisher noch nicht in die Ecke verschlagen. Das soll sich heute ändern.

Unsere Reise beginnt früh am morgen, damit Louise noch mindestens bis zum Brenner weiterschläft. Funktioniert. Wir fahren direkt auf über 1500 Höhenmeter zum Karer See, wo wir uns früh morgens völlig allein wiederfinden. Die Sonne ist gerade aufgegangen und die schneebedeckten Felszacken spiegeln sich auf der Oberfläche des völlig glatten, glasklaren Bergsees. Wir können uns gar nicht sattsehen und sogar unser kleiner Wirbelwind Louise wird plötzlich ganz still.

Vom Karer See aus starten wir eine kleine Radltour, um die Gegend ein bisserl besser kennenzulernen. 

Über den Templweg radeln wir zur wunderschön gelegenen Stadlalm, die heute leider noch geschlossen hat. Aber wir erfahren, dass sie auch Zimmer zum Übernachten haben. Kommt definitiv auf unsere Must-Do-Liste. Der Ausblick auf die umliegenden Berge ist der reine Wahnsinn.

Aber auch wir werden dieses Mal unsere Rosl allein lassen und die Nächte im Hotel verbringen. Wir freuen uns riesig drauf! Endlich mal nicht kochen, nicht einkaufen, nicht putzen und einfach mal ein paar entspannte Tage ohne Camping-Stress verbringen. Herrlich.

Wo ist denn der Poohoool?

​Unser Hotel liegt ganz ruhig gelegen im kleinen Örtchen Petersberg und nennt sich, natürlich, Hotel Peter. 

Louise schnappt sich bei Ankunft direkt ihren Rucksack, läuft schnurstracks zur Rezeption und fragt mich auf dem Weg: „Wo ist denn der Poohooool?“

Der Pool sollte in diesem Urlaub das Wichtigste werden.

Nach einer typisch südtirolerisch-herzlichen Begrüßung durch die Chefin des Hauses, entert Louise direkt den Pool. Wie ein kleiner Korken treibt sie mit ihren riiesen rosa Schwimmflügeln im wunderschön ruhigen Pool und ist so, so stolz. Papa gibt also Schwimmkurs, ich entere Sauna, Kräuterstüberl und Sonnenterrasse und plane bei Kaffee und Kuchen unsere nächsten Tage.

​Radltour in den Milchschaum-Himmel

Am nächsten Tag radeln wir nach einem ausgiebigen Frühstück direkt vor der Haustüre los zur Wallfahrtskirche Maria Weißenstein. Von dort aus geht’s weiter zum Petersberger Leger, einer süßen Alm mit Schaukel und.. tataa: einer Siebträgermaschine. Cappuccino auf der Alm! Gibt’s was besseres? Louise schlabbert auch ihren Milchschaum und findet die italienischen Berge mittlerweile offensichtlich auch ziemlich cool.

Weiter geht’s nun mit dem Radl zur Laab Alm, wo wir erneut einkehren, bevor wir über den süßen Ort Deutschnofen zurück zum Hotel radeln. Insgesamt sind wir doch fast 4 Stunden und knapp 400 Höhenmeter unterwegs und freuen uns sehr auf das nachmittägliche Kuchen-und Jausenbuffet im Hotel. Luuxuus! Das hätt ich auch gerne daheim! Und danach? Ab in den Pool. Klar. Klein-Korken muss ja wieder schwimmen üben. Heute sind zum Glück auch noch ein paar andere Familien am Pool, sodass Louise nicht der einzige kleine Springfrosch im Wasser bleibt.

Von Flowtrails und störrischen Eseln

Der nächste Tag, der Sonntag, wird mein persönliches Highlight:

Zusammen mit unseren Fahrrädern besteigen wir die Kabinenbahn Welschnofen, die uns direkt an den Fuße des Rosengartens katapultiert. Dort wollen wir unsere Radl für später deponieren und erst einmal zu Fuß die 150 Höhenmeter zur Messnerjoch Alm zurücklegen und, wenn die Schneelage es zulässt, weiter hoch zur Kölner Hütte und dem Hirzelsteig wandern.

Louise hat heute leider überhaupt gar keine Lust zu wandern und wie einen störrischen Eseln versuchen wir mit allen Tricks, sie zum Berggehen zu überreden. Aber der kleine Esel mag nicht. Also tragen wir sie mit mehr oder weniger Protest bis kurz oberhalb der Messnerjoch Alm, um wenigstens einen Blick auf das Rosengarten Massiv und das gegenüber liegende Latemar zu erhaschen. Die Kulisse ist der WAHNSINN! 

Diese ganzen Berge hier haben einfach nichts zu tun mit unseren oberbayrischen Waldhügeln. Das sind Könige! Kunstwerke! Die Chefs unter den Bergen! Sorry, Heuberg, ich mag Dich auch, aber diese italienischen Namen gepaart mit diesem umwerfenden Aussehen… aber mit Catinaccio, Vajolet, Sforcella und Re Laurino können wir in Bayern nicht mithalten.

Wenn das nicht schon genug wäre, wartet am Weg nach unten noch ein ganz besonderes Highlight: der Carezza Trail. 

Unsere Radl warten ja noch an der Liftstation auf uns und talwärts geht’s nun über meinen allerersten Flowtrail. 

Ich bin ja eigentlich kein großer Radler, aber es macht echt riesig Spaß. Ich will unbedingt wiederkommen, allein schon für den Trail. 

Am nächsten Tag können Lars und Ich sogar noch ein bisserl Bike-Technik im BikePark Deutschnofen trainieren und ich bin mir sicher, dass es beim zweiten Mal schon viel besser gehen würde. Der Park wirkt wie ein kleiner Spielplatz für Erwachsene, mit ein paar Steilkurven und Sprüngen zum Üben, sodass sogar Louise dort gut spielen kann und wir nebenbei ein bisserl mit den Radl herumprobieren können.

Milchschaum am Spielplatz

Das Gesamte Eggental erscheint uns ohnehin wie ein riesengroßer Spielplatz.

Wir können radeln, wandern, klettern, baden, essen, Tiere besuchen und genießen und je länger wir da sind, desto mehr Ideen füllen meinen Kopf, was ich hier UNBEDINGT noch machen will.

Wir kommen auf jeden Fall bald wieder! Dann gerne ohne Schnee und mit noch mehr Zeit. Oder gleich mit viel Schnee im Winter. Wunderschöne Skigebiete gibt’s dort ja sogar auch!

Und Louise?

Die fragt seit Neuestem vor jeder Bergtour, die wir machen: „Gibts da Milchschaum?“

Ha, kleine Italienerin. So guten Milchschaum gibt’s erst in Italien wieder. Aber vielleicht weißt Du ja jetzt, warum man als Bergbewohner trotzdem Urlaub in den Bergen macht.

Actionreicher Familienurlaub im PillerseeTal

Actionreicher Familienurlaub im PillerseeTal

Steile Hennen, wilde Seen und versteinerte Könige

WILD. SEE. LODER.

Dieser Name schwirrte mir irgendwie schon seit Jahren im Kopf herum. So richtig verbinden konnte ich damit allerdings nix. Bis ich vor ein paar Wochen mal wieder meinem Lieblingshobby - vor Alpenvereins-Karten herumstehen und Berge anschauen - nachging und ihn entdeckte.

Es ist also ein Berg. Mit einem wunderschönen See darunter. Und einer Hütte davor. 

Und dieser Berg steht im Pillerseetal. 

Wo? Nie gehört? Ich ehrlich gesagt vorher auch nicht, obwohl es nur eine knappe Stunde Fahrtzeit von uns entfernt liegt. Einfach nur auf der anderen Seite des Wilden Kaisers, in der Nähe von Steinplatte, Lofer und Co., im Bezirk Kitzbühel.

Unseren viertägigen Aufenthalt im Nachbarland verbringen wir diesmal nicht im Bus, sondern im wunderschönen Hotel Chalets Grosslehen in Fieberbrunn. Ein kleines familiengeführtes Haus mit knapp über 20 Zimmern, 5 Luxus Chalets, einem Schwimmteich, Streichelzoo, Spielplatz und einer Minigolf-Anlage. Alles gemütlich, hübsch, ruhig und total idyllisch. Louise will nach unserer Ankunft natürlich überhaupt gar nicht mehr weg, aber wir haben doch so viel vor!

Ich hab diesmal schon daheim unsere Tage etwas geplant, um nicht im Urlaub wieder mit der Planung anzufangen und um einfach zu wissen, was man vorhat. Das Wetter ist leider ziemlich grau und nass, aber im Juni immerhin schon recht warm.

Dank unserer PillerseeTalCard, die wir für gute 52€ für vier Tage dazu kaufen, haben wir die Möglichkeit, jegliche Lifte im PilleseeTal jeden Tag zu benutzen, sparen uns Eintritte ins Familienland, zu Sehenswürdigkeiten, Schwimmbädern, Seen und Co. 

Deswegen geht’s direkt im Nachbarort St. Jakob in Haus erstmal mit dem Sessellift auf die Buchensteinwand. Dort oben steht das Jakobskreuz, ein riesengroßes begehbares Gipfelkreuz mit einer Wahnsinnsaussicht, die sogar Louise beeindruckt.

Nebendran hören wir dann Tierstimmen. „Häää?“ sagt Louise zurecht.

Oha, wir sind auf die Spuren des Steinbergkönigs geraten.

An verschiedenen Orten des PillerseeTals kann man nämlich an neunStationen die Elfensprache entziffern und damit auf das Geheimnis des Steinbergkönigs kommen. 

Wir sind direkt voll im Rätselfieber und verbringen die nächsten 20 Minuten auf den Spuren des Steinbergkönigs. Den sollten wir in den nächsten Tagen noch öfter antreffen.

Danach wandern wir gemütlich den Blumenlehrpfad entlang zum Spielplatz am Speichersee, als wir schon ein Donnergrollen hören.

Ab ins Tal!

Zum Glück gibt’s in St. Jakob in Haus noch das gemütliche Familienland mit über 50 Attraktionen. 

Louise war vorher noch nie in solch einem Park und ihr fallen fast die Augen raus. Sie weiß gar  nicht, wohin sie zuerst schauen soll und ist völlig hin und weg. Achterbahn! Wasserspielplatz! Boulderwand! Wasserrutsche! Piratenschiff! Kletterseile! Riesen-Rutschen! Hexenhaus! Und der Steinbergkönig ist auch wieder da! Mein Mann rätselt, wir fahren Achterbahn und als es zu regnen beginnt, können wir sogar noch in der Indoor-Halle bouldern gehen, während Louise neben uns den Bobbycar-Parcours unsicher macht.

Danach ist sie fix und fertig, geht um sechs Uhr freiwillig ins Bett und wir mit Babyphone in die Sauna, zum Aperitif und genießen das äußerst leckere 4-Gänge-Abendmenü. Läuft.

Am nächsten Morgen packen wir im Nachbarort Hochfilzen die Fahrräder vom Auto und radeln über den Biathlon-WM-Pfad in Richtung Hoametzl Hütte. Eigentlich sind’s nur 350 Höhenmeter, aber die haben es in sich - zumindest mit Kind auf dem Fahrrad Wir sind tatsächlich oben ziemlich platt.

Louise nicht. Die entdeckt gleich das riesen Trampolin mit Bergblick, den Sandkasten und die Biathlon-Gokart-Strecke und will sogar von unserem Apfelstrudel nix wissen, weil sie so im Fieber ist. Hey, du brauchst Stärkung, wir radeln noch weiter zum Klettern!

Am Wiesensee liegt nämlich ein super schönes, kleines Klettergebiet mit gut abgesicherten Routen vom 3. bis 8. Grad. Die meisten Routen sind aber eher 3er, 4er, 5er, sodass wir zur Gaudi auch Louise mal reinhängen. Klettern klappt noch nicht so, aber Schaukeln im Seil findet sie auch mega. Danach lässt sie uns sogar noch schnell zwei Routen klettern, während die auf dem Bankerl ihre Zoo-Kekse vertilgt. Im Kneipp-Becken muss sie natürlich anschließend noch nacktbaden und dann ruft der Minigolfplatz am Hotel! Minigolf, Baden, Babyschweine, Alpakas, Rutsche, Esel, Pfau. so geht der Nachmittag viel zu schnell dahin! Ab ins Bett, morgen geht’s auffi aufn Berg!

Endlich geht’s zum Wildseeloder. Das Wetter verspricht immerhin Trockenheit, deswegen stehen wir um Punkt neun Uhr an der Bergbahn Fieberbrunn. Die Gondel bringt uns bis zum Gipfel des Lärchfilzkogel auf 1645 Metern, von wo wir unsere Wanderung beginnen. Knappe 300 Höhenmeter sind es von hier aus nur mehr aufs Wildseeloderhaus. Easy! Louise rennt und läuft und hüpft und findet Blumen, Käfer, Steine. Als die kleinen Beinchen müde werden, setzt sie sich freiwillig in die Trage und wir wandern gemütlich den wunderschönen Steig inmitten von Blumen bis zur Hütte.

Von Weitem sehen wir schon, dass am Wildseeloder-Gipfel, rechts der Hütte, noch recht viel Schnee liegt. Deswegen entscheiden wir uns spontan, links herum auf die Henne zu steigen. Findet Louise natürlich mega lustig. Und als sie oben am Gipfelkreuz, nach weiteren 250 Höhenmetern wunderschönem Steig auch noch ein (Schoko) Ei findet, das Mama-Henne da anscheinend verloren hat, ist das Gelächter groß.

Mich hat es total gefreut, zu sehen, dass mittlerweile doch wieder etwas „größere“ Bergtouren drin sind und Louise echt Gaudi hatte am Aufstieg.

Am Wildseeloderhaus ist sie dann aber doch eingeschlafen und lässt sich von Kaiserschmarrn und Spinatknödel-Duft wecken. Die Küche am Wildseeloderhaus ist wirklich, wirklich gut - eine Einkehr lohnt sich!

Am Rückweg wartete dann an der Mittelstation der Seilbahn noch Louises persönliches Highlight: Timok’s Wilde Welt. Ein wirklich hübsch und natürlich angelegtes Kinderparadies mit einem riesengroßen Wasserspielplatz, Niederseilgarten, Kletterpark - eingebettet in ein tolles Bergpanorama. Wir Großen haben auch unseren Spaß beim Kraxeln, Staudamm Bauen und Trampolin Springen. Im Sommer soll zusätzlich noch ein Trail mit ca. 4 km Länge dazukommen, der von dort ins Tal führt. Im Tal gibt’s dann noch zwei weitere Lines und einen Pumptrack. Für uns ist jetzt schon klar: wir müssen wiederkommen! Seit Südtirol bin ich ja voll angefixt vom Radeln und freue mich echt schon total, mal wieder in einen Bikepark zu kommen!

Die ganzen Tage haben wir uns gefragt: warum waren wir hier noch nie?!

So nah, so cool und bisher so unbekannt!

Es gibt noch soo viel zu unternehmen dort - wir wollen auf jeden Fall bald nochmal herkommen.

Vielleicht ja auch ohne Kind - zum gscheid Bergln, gscheid Radln und gscheit Wellnessen. 

Klingt nach einem Plan, oder? 😉

Werte. Was Kinder von den Bergen lernen können.

Werte. Was Kinder von den Bergen lernen können.

​

Was uns die Natur hier draußen oft lehrt, ist Demut. Wer einmal am Berg unterwegs war, kennt dieses Gefühl, sich ganz klein zu fühlen vor den hoch aufragenden Felswänden, die auf uns kleine Menschen herabschauen. Der Berg lehrt uns außerdem, was es heißt, zu scheitern. Auch wenn man sich noch so stark, und noch so groß fühlt, die Natur da draußen macht einem schnell mal einen Strich durch die Rechnung.

Was das alles mit meinem Dasein als Mutter zutun hat? Genau die Lektionen, die uns die Natur lehrt, soll auch Louise lernen.

Mein Mann und ich haben uns letztens darüber unterhalten, welche Werte wir Louise mitgeben wollen. Ehrlichkeit, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, klar. Aber auch Demut, Achtsamkeit und das Lernen zu Scheitern. In der Welt, in der Louise hier aufwächst, muss es für sie wirken wie im Paradies.

Nestwärme ohne Ende, Geborgenheit, Sicherheit, Freiheit, Vogelgezwitscher und eine Mama, die einem jederzeit Erdbeeren, Breze, oder Apfelmus in den Schnabel schiebt, wann immer man nur möchte.

Das ist schön, das ist gut so, aber es werden Momente in ihrem Leben kommen, in denen sie ihre Ziele nicht erreichen wird, in denen sie zurückgewiesen wird und in denen sie erkennen muss, dass sie nicht der Nabel der Welt ist. Und dafür möchte ich sie vorbereiten.
Natürlich ist sie jetzt noch viel zu klein dafür, aber allein schon im Zusammenspiel mit Gleichaltrigen soll sie lernen, dass andere auch Bedürfnisse haben und dass sie auch mal scheitert in ihrem Versuch, alle Spielzeuge an sich zu reißen.

Später werden die Hürden sicher größer, aber wenn man lernt, früh damit gut umzugehen, bin ich mir sicher, dass man es leichter hat im Leben.
Der nächste Punkt ist die Achtsamkeit. Genau wie Louise jetzt eine Ameise betrachtet, wie sie vorsichtig versucht, eine Schnecke zu streicheln und wie sie den Schafen Kusshände zuwirft, so soll sie auch später handeln. Wertschätzung und Toleranz zeigen. Der Kartoffel auf dem Teller gegenüber genauso wie der Wespe auf dem Kuchen, die man vorsichtig verscheuchen kann, anstatt sie mit dem Elektroschocker zu grillen. Das mit dem Grillen haben wir übrigens leibhaftig erfahren. Bei Bekannten auf der Terrasse, die ihrem zweijährigen Sohn ernsthaft sagte: "Das ist nur eine Wespe. Wespen sind scheiße. Die kannst du grillen".

Trailrun mit Kinderwagen. Oder: Mama im Matsch.

Trailrun mit Kinderwagen. Oder: Mama im Matsch.

Es gibt Tage, da geht einfach gar nix. Schlecht geschlafen, Louise nörgelt, Heia doof, Essen doof, Mama doof. Da bleiben meist zwei Möglichkeiten: Raus mit uns. Oder.... raus mit uns. Mit Kleinkind heißt "Rausgehen" aber für die Eltern meistens: "Rumstehen". Rumstehen am Spielplatz, Rumstehen beim Laufradfahren, oder Rumstehen beim Ameisen Beobachten. Das ist im Winter oft eine ziemlich kalte Angelegenheit und außerdem spüre ich schon wieder diese innere Unruhe dank Sport-Mangel.
Deswegen versuchen wir heute mal was ganz Neues: ab in den Kinderwagen (inklusive lautem Protest!), Laufschuhe an und Trailrun auf den Berg.

Hinterm Haus liegt bei uns das Hocheck. Dort geht's ziemlich steil auf den Gipfel, aber dafür erwarten uns oben Spielplatz, Kühe, Ziegen und eine traumhafte Aussicht auf Wilden und Zahmen Kaiser. Gipfelfeeling inklusive. Gute 300 Höhenmeter und etwa 12 Kilometer Laufstrecke liegen heute vor mir. Ich war bisher noch nie mit Kinderwagen joggen und bin schon gespannt, ob und wie das funktioniert. "Was? Du? Noch nie?" Fragte eine Freundin danach. Nö, irgendwie fand ich es immer entspannter, das Joggen als "Me-Time" zu begreifen. Aber heute geht's eben nicht anders.

Zuerst joggen wir ganz gemütlich entlang am Auerbach. Louise hat ihren "Selber-Lauf"-Protest gut verkraftet und widmet sich ihren Büchern, die immer mit dabei sind im Kinderwagen und beobachtet die Schafe, die neben dem Weg auf der Wiese grasen. An der Bad-Trißl-Klinik angekommen geht's nun steil bergauf auf der Fahrstraße, vorbei an vereinzelten Bauernhöfen und kleinen urigen Wohnhäusern. Ich muss zwischendrin gehen, weil meine Lunge dieses Schieben und Rennen bei zwei Grad Außentemperatur nicht so cool findet.

Oben am höchstgelegenen Bauernhof endet die asphaltierte Straße und ein Forstweg führt uns rein in den Wald. Der ist erfahrungsgemäß sehr matschig, aber der Reif auf der Wiese lässt mich hoffen, dass der Matsch zu Eis erstarrt ist. Ist er leider nicht. Es geht steil bergauf, der Wagen schaukelt wild über den holprigen Untergrund und ich stecke bald bis zu den Knöcheln im Matsch. Irgendwie ist die Situation so skurril, dass ich laut zu lachen anfange. Louise ist übrigens eingeschlafen und kriegt von dem Spektakel leider nichts mit. Nach zwanzig Minuten Matsch-Schlacht kommt aber der Gipfel in Sicht. Dooferweise ist das Gatter der Weide, die ich noch überqueren muss, zu schmal für Louises Kinderwagen, sodass ich noch einen älteren Herrn bitten muss, Kind und Wagen über den Zaun zu heben. Findet er nicht so lustig. Seine Frau schon. Immerhin.

"Louise, aufwachen! Wir sind da!" Louise ist sofort hellwach, schlägt die Augen auf und sagt: "Berg! Kuh!". Stimmt, am Gipfel sind die Kühe. Das weißt Du. Ein echter Local eben.
Wir wandern gemeinsam die letzten Meter hoch zum Gipfel und begrüßen die Kühe, die es sich rund ums Gipfelkreuz gemütlich gemacht haben. Sie kommen sofort zu uns und beginnen, meine Hand abzuschlecken. Das ist Louise ziemlich unheimlich und wir wollen die Kühe auch lieber in Ruhe lassen. So steigen wir zur anderen Seite ab und Louise rennt schon los in Richtung Spielplatz. Dort trifft sie sogar noch eine Kita-Freundin. So sind die beiden glücklich am Klettergerüst und ich genieße die Wintersonne in einem der Liegestühle, die dort oben stehen. Eigentlich hätte hier oben in ein paar Tagen schon locker der Skibetrieb begonnen, aber dieses Jahr steht alles still. Komisches Gefühl auf den stehenden Sessellift im Winter zu schauen.

Irgendwann wird's mir in meinen Laufklamotten dann aber dann doch kalt, Louise ist müde gespielt, nass, dreckig und hungrig. Perfekt. Die Nudeln aus dem Thermobecher sind sogar noch warm. So gibt's Nudeln und Tee für Louise und ich renne derweil die steile Fahrstraße runter ins Dorf. "Immer schee brems'n!" ruft mir ein Wanderer grinsend zu. Puh, stimmt, hier sollte ich echt besser nicht den Wagen loslassen. Schon zwanzig Minuten später sind wir zurück im Ort und kurz darauf wieder zuhause.

 

Hat sich gelohnt, unser Ausflug. Ich werde noch tagelang Muskelkater vom bergab Laufen haben, und morgen ist definitiv Schuhe putzen angesagt, aber dafür ging das Laufen mit Wagen besser als erwartet. Und wie immer hat es sich bewahrheitet: Einfach mal machen, statt sich daheim ärgern. Wird schon gutgehen.

Wild & Schön. Herbstlicher Familienurlaub in der Wildschönau

Wild & Schön. Herbstlicher Familienurlaub in der Wildschönau

oder: wie ein verfressenes Pony unvergesslich wurde

 

Zugegeben, unser Timing war dieses Jahr nicht wirklich perfekt.
Sobald die Kindergarten-Ferien vorbei waren, sind wir in unseren Jahresurlaub gestartet.
Also 6 Wochen Vollzeit – Louise. 24 Stunden Familienzeit, ohne Pause.
Dafür habe ich dieses Jahr unseren Urlaub mal so richtig geplant!
In kurzen Etappen wollten wir mit unserem Bus in Richtung Italien gondeln, was aber letztendlich wörtlich ins Wasser gefallen ist. Das ist aber eine andere Geschichte.

 

Hoch oben über den Dingen

Unseren Urlaub begonnen haben wir nur 45 Minuten von uns entfernt, in der Wildschönau.
Noch nie gehört?
Die Wildschönau ist ein wunderschönes, idyllisches Hochtal in den Kitzbüheler Alpen. Hinter Kufstein, neben dem Zillertal, gegenüber vom Achensee. So ungefähr.
Ich hab dort Skifahren gelernt. Vor geschmeidigen 30 Jahren. Es wird also höchste Zeit dorthin zurückzukehren!
Und diesmal habe ich sogar einen richtigen Plan ausgeheckt, was wir alles unternehmen wollen in den nächsten Tagen – die Auswahl ist nämlich endlos und ich weiß garnicht, wo wir eigentlich anfangen sollen! Almenwanderungen, Gipfelglück, Seilbahnfahrten, Drachenland, Ponyreiten, Museen, Themenwege und Kinderparadiese locken an allen Ecken.
Wie so ein Miniaturwunderland in der wahren Welt wirkt es hier oben. Weit weg von der realen Welt.

Ganz bewusst verzichten wir auch auf Zeitungslektüre, Fernsehen und sonstige Nachrichten-Berieselung. Einfach im hier und jetzt sein. Über allen Problemen stehen, sozusagen. Familienzeit deluxe.

 

Im Kinder-Paradies

Wir haben für unsere ersten auf Reisen im Hotel eingecheckt. Das befindet sich praktischerweise direkt neben dem neu eröffneten Drachental mitten im Ortszentrum von Oberau. Downtown-Wildschönau sozusagen.

Das Drachental ist ein wunderschön angelegter, riesengroßer Kinder-Spiel- und Freizeitpark für alle Altersgruppen. Ein großer Spielteich mit Wasserspielen und Floß warten auf uns, dazu Hüpfburgen, Trampoline, Kletterparcours, Schaukeln, Rutschen, Kugelbahnen, Kinder-Biketrails und vieles mehr. Alles in die Natur eingebunden, nagelneu, durchdacht und wirklich schön.
Eher leise als laut, eher gemütlich als aufgeregt.
Ganz bewusst sollen hier unten im Tal Einheimische und Besucher zusammen Zeit verbringen können. Ohne Eintrittsgebühren, ohne Liftticket.
Lieber Herr Bürgermeister, ich will bitte auch sowas bei uns daheim!

 

Tag 1: Drachental & Markbachjoch

Louise klettert im Drachental wie verrückt auf den Balancierbalken herum, kraxelt ins Drachenmaul, schmeißt ihre Schuhe von sich und stürzt sich in den kleinen Wasserpark.
Fühlen, sehen, bewegen, entdecken und dabei spielerisch die Gesetze der Natur kennenlernen.

Genau mein Ding. Louise ist auf jeden Fall beschäftigt, mein Mann saust zur Gaudi mit seinem Mountainbike durch den kleinen Bikepark nebenan und ich stecke die Füße ins Wasser und genieße die wärmende Septembersonne, bis wieder ein lautes „Maaamaaaa“ ertönt.
„Was machen wir jeeeeetzt?!“

Wie wär’s mit Liftfahren?

In jeder Hotelübernachtung in der Wildschönau inkludiert ist nämlich die Wildschönau-Card.
Damit kann man kostenlos mit den Seilbahnen fahren, ins Museum gehen, im Schwimmbad plantschen und vieles mehr. Perfekt für unsere kleine Seilbahn-Närrin Louise. Täglich auffi aufn Berg. Mit jedem Lift einmal, natürlich.
Also ab auf die Radl, runter ins nächste Dorf, rein in die Seilbahn und schon kurze Zeit später begrüßt uns eine Kuh an der Bergstation Markbachjoch, die uns neugierig beschnuppert.
Wir wandern in der schon tiefstehenden Sonne gemütlich zum nahe gelegenen Gipfelkreuz, bauen mit Louise Wichtelhäuser und spielen Kuhfladen-Weitwurf. Kein Höhenmeter-Stress, kein Gipfelfieber. Familienzeit pur.
Und das Ganze gibt’s auch noch mit Paradeblick auf den Wilden Kaiser und unser Heimatdorf hinter der Grenze. So fern, und doch so nah.
Nach einer ausgiebigen Plantsch-Runde im Hotelpool ist Louise passenderweise sowas von fertig und beschert uns einen gemütlichen Abend zu Zweit inklusive Aperitif und 4-Gänge-Menü. Was will man mehr?

 

Tag 2: Ponyreiten & Schatzberg

Am nächsten Morgen steht ein ganz besonderer Besuch auf dem Programm: Trixie wartet auf uns am Ponyhof.
Trixie ist das verfressenste Pony, das man sich nur vorstellen kann.
Hat null Interesse, auch nur einen Meter zu laufen, ist dafür aber unentwegt auf der Suche nach neuen Delikatessen. Eigentlich wie Louise auch.

Wir haben die Ehre, mit ihr spazieren zu gehen und sollen dabei aufpassen, dass sie nicht so viel frisst. Ha, ha. Ab der ersten Minute zerrt sie an ihrer Leine und steuert schnurstracks in die nächste Wiese, aus der wir sie kaum mehr herausbekommen.

Louise hat sich kurz getraut, sich auf Trixies Rücken zu setzen, bis diese im Laufschritt um 90 Grad gewendet hat, um Frühstücks-Nachschub zu besorgen.
Gut, Louise runter vom Pony, rauf auf dem Arm und Trixie an der Leine.
Zurück in den Stall. Mittagessen. Ha, ha.
Ein Pferdefan wird Louise wohl nicht mehr. Ist mir ja eigentlich ganz recht.
In diesem Sinne, DANKE Trixie, du coole Socke!

 

Ab auf den Schatzberg!

Die nächste Seilbahnfahrt wartet auf uns! Würde mir ja nie einfallen, 25€ zu bezahlen, um auf den Berg gefahren zu werden, aber mit der Wildschönau Card macht’s echt Gaudi!
Wir radeln schnell rüber zur Gondel, und schon schweben wir in Richtung Gipfel.
Oben am Schatzberg erwartet uns ein reines Farbenmeer.

Rot, gelb, lila, grün. In allen Schattierungen leuchten die Heidelbeer- und Erikafelder zu unseren Füßen.
Der Herbst am Berg ist einfach magisch!
Laut Louise war der Osterhase da und hat seinen Farbeimer am Berg umgeschmissen. Kann gut sein, so wie es hier ausschaut!

Wir wandern einen kleinen Rundweg zu einem Speichersee, bauen Steinmännchen und machen ein kleines Picknick am Gipfel, bevor’s wieder zurück ins Tal geht. Die Sonne geht schon fast unter und Louise will -natürlich- nochmal ins Drachental. Klar, spiel Dich müde. Ist mir recht!

 

Tag 3: Holzmuseum & Thierbach

„Louise, was magstn heute machen?“
„Einkaufen gehen. Für Trixie. Die hat so Hunger. Armes Poonyy.“

Schluchz, ja, arme Trixie. Ich denke, sie überlebt auch ohne Louises Almosen ganz gut.
Also satteln wir lieber die Radl statt das Pony und sausen ins Holzmuseum.
Ich muss zugeben, ich hasse Museen.
Aber das 1. Tiroler Holzmuseum ist wirklich ein absolutes Must-See!

Von privater Hand geführt erwartet uns ein uriges, verwinkeltes Holzhaus mit 59 nach verschiedenen Themen gegliederten Ausstellungsräumen. Über 3000 Exponate sind hier in jahrzehntelanger Arbeit zusammengetragen worden, die uns wirklich alles über das Holz erzählen.
Ob aus technischer, heilkundlicher, kultureller, geschichtlicher oder kindgerechter Perspektive – hier findet einfach jeder was.

Louise saust sofort zum Pumuckl-Turm, kraxelt, testet, spielt.
Mein Mann kommt aus dem Staunen sowieso nicht mehr raus und schwirrt stundenlang mit leuchtenden Augen durch die Räume.
Wie Janoschs „Wolkenzimmerhaus“ sieht’s hier aus. Falls ihr das schon kennt.

Wir versprechen, dass wir mit Opa bald wiederkommen und radeln 300 Höhenmeter hinauf nach Thierbach, Tirols höchstem Almdorf.

Dort beginnt der Elfenweg, ein Themen-Wanderweg genau nach Louises Geschmack.
Auf diesem Rundweg sind nämlich die Elfen eingezogen und überall am Wegesrand erhaschen wir den Blick auf kleine Wichtelhäuser, geschnitzte Figuren und andere Spuren, die die Elfen hinterlassen haben. Spielplatz, Holzschaukeln und Kletterbalken dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Die Einkehr im Sollererwirt danach wird zu unserem kulinarischen Highlight.
Wir gönnen uns einfach mal am Nachmittag ein Achterl Gelben Muskateller und speisen dazu richtig, richtig gut. Louise turnt am Spielplatz gegenüber herum, saust mit den Gokarts durch den Hof und labert die Alpakas voll.
Die sind irgendwann taub und ziehen sich in ihr Häuserl zurück.
Sorry, Alpakas, ich verstehe Euch!

 

Tag 4: Immer wieder Drachental

6:10 Uhr. Louise ist wach. „Jetzt gehma ins Drachental. Und dann Milchschaum trinken.“
Du hast ein Leben, kleine Luxusbiene!

Papa lässt sich breitschlagen, zu gehen und ich gönne mir eine Runde Morning-Yoga auf der Terrasse. Wir treffen uns beim Frühstück und Louise kriegt kaum Luft vor lauter Erzählungen über die Holzkugel, die der Papa ihr gekauft hat und dass die vom Drachen runtersaust und schwimmen kann und, und, und…

Schweren Herzens packen wir nun unseren Bus wieder voll und setzen unseren Weg fort in Richtung Süden. Am nächsten Tag sollen wir in der Steiermark landen, statt in Italien. Macht nix. Wir sind ja tiefenentspannt nach unseren Tagen im Miniaturwunderland.

Und Louise fragt natürlich am nächsten Morgen wieder nach Trixie. Immer wieder Trixie.
Dieses verfressene kleine Pony hat wirklich tiefen, tiefen Eindruck hinterlassen.

Vertrag widerrufen