5 Gründe warum das Brixental der ideale Ort für einen Familienurlaub ist

5 Gründe warum das Brixental der ideale Ort für einen Familienurlaub ist

 

Stellt Euch einen Ort in den Bergen vor, der für die ganze Familie ideale Bedingungen für einen gelungenen Urlaub bereithält. Vielleicht ist das ein Ort, der leicht zu erreichen ist? Ein Ort, an dem die Kids genauso Spaß haben können, wie die Erwachsenen? Ein Ort, der nicht komplett überlaufen ist? Ein Ort, der viel Abwechslung bietet? Ein Ort, an den man gerne wiederkommt?
Ich glaube, wir haben diesen Ort gefunden.

Und zwar nicht nur einen Ort, sondern gleich ein ganzes Tal. Das Brixental mit den drei Orten Kirchberg, Brixen im Thale und Westendorf. Das liegt nicht in Südtirol, wo die gleichnamige Provinz hinterm Brenner zuhause ist, sondern in Tirol. Genauer gesagt in den Kitzbüheler Alpen. Wie der Name schon sagt, ist Kitzbühel nur einen Steinwurf entfernt, der Wilde Kaiser und die Loferer Steinberge aber auch.
Von Champagner, Glitzer und ChiChi ist hier im Brixental aber nichts zu spüren. Zum Glück. Vielmehr gibt’s hier unberührte Natur, genauso wie Action am Berg, Flowtrails, Bergseen, urige Hütten und natürlich Kindergaudi ohne Ende.
So kommen wir direkt auch schon zum ersten Punkt:

1. Im Herzen der berühmten Berge

Zentraler gelegen geht’s kaum. Wenn ich ein Bergdorf wäre und mir einen Platz in den Alpen aussuchen könnte, ich wäre wohl auch im Brixental gelandet. Hier trifft sich das Who is Who der Berge. Der Wilde Kaiser ist zum Greifen nah, das Kitzbüheler Horn lacht von Osten herüber, die Loferer Steinberge heben sich im Hintergrund strahlend hellgrau von den saftig grünen Almwiesen ab. Diese Traumlage führt dazu, dass man im Winter hier vor lauter Pistenkilometern die Ski heiß fahren kann, und im Sommer so viele Bergtouren zur Auswahl hat, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. So unterschiedlich die Touren auch sind – ein paar Gemeinsamkeiten haben nahezu alle: Irgendwo auf dem Weg lockt eine urige Hütte und im Hintergrund sticht der Große Rettenstein (2366 m), der markanteste Gipfel der Kitzbüheler Alpen, ins Auge.

2. Ganzjährig schön.

Ihr habt es schon gelesen: Skifahren. Genau. Das Brixental ist Teil der SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental, ihresgleichen das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs. Dort lässt sich’s mit Blick auf den „Koasa“, wie wir den Wilden Kaiser nennen, auf knapp 300 Pistenkilometer wunderbar pisteln. 300 Pistenkilometer sind viel zu wenig? Das Skigebiet KitzSki ist nur fünf Minuten per Skibus entfernt und bietet weitere 188 Pistenkilometer zum Skifahren bis die Kanten glühen. Wetten, dass ihr es nicht schafft, alle Pisten abzufahren?

Louise hat im Brixental im Winter ihre ersten Versuche auf Ski gestartet und wir haben Westendorf als perfektes Übungsgelände für Skizwerge auserkoren. Einer gondelt zum Gipfel und saust allein durch die SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental, einer übt die ersten Schwünge mit dem Schneezwerg auf dem Zauberteppich.

3. So fern und doch so nah.

Wir sind dieses Mal mit dem Fahrrad ins Brixental gefahren.
Geht das? Na klar!
Die Fahrradwege in Tirol sind perfekt ausgebaut und so gut ausgeschildert, dass ich mein Navi nicht mal ausgepackt habe. Von Deutschland kommend, radelt man die meiste Zeit entspannt am Innradweg entlang, vorbei an Kufstein und Kirchbichl, dann einmal am Radweg 200 Höhenmeter hinauf nach Westendorf und weiter am Fahrradweg bis nach Kitzbühel, oder noch weiter.

Wem das zu weit ist, dem sei die Bahn ans Herz gelegt:
Jeder Ort im Brixental verfügt über einen Bahnhof und ist per S-Bahn bestens von Wörgl aus zu erreichen. Mit der Buchung einer Unterkunft vor Ort bekommt man automatisch die Gästekarte dazu, mit der die Nutzung der Bahnen zwischen Hochfilzen und Wörgl, sowie den Wanderbussen gratis ist.
So kann man einen Urlaubstag ideal nutzen, um mal mit der Bahn in die Kletterhalle nach Wörgl, ins Schwimmbad nach Kitzbühel, oder zum Bummeln nach St. Johann zu fahren.

4. Im Kinderparadies.

Das Angebot für Kinder ist im Brixental wirklich riesig.
Gleich sieben BergErlebnisWelten auf den Gipfeln rund um das Brixental bringen den Kindern spielerisch den Umgang mit der Natur und den Bergen bei.
Der GOASBerg in Kirchberg lockt mit einer gemütlichen Spiel-und Rätselwanderung, der ALPINOLINO in Westendorf verfügt gleich über zwei Erlebniswanderungen. Der Himmelssteig führt uns in einer Rundwanderung ab der Bergstation auf den Spuren des verschwundenen Murmeltiers, der Holzwurmweg lässt uns spielerisch von der Mittelstation ins Tal wandern, während wir an verschiedenen Lern- und Spielstationen unser Wissen testen.

Die RiesenWelt Brixen lädt an einem wunderschönen See dazu ein, allerhand Wissenswertes über das Moor zu lernen. An verschiedenen Spielstationen können Kinder jeden Alters klettern, lernen, plantschen, während die Eltern entspannte Stunden am Berg genießen können.
Wem das noch nicht genug ist, der besucht noch Ellmi’s Zauberwelt in Ellmau, das Hexenwasser in Söll, oder die Astberg Ponyalm in Going.

Ein vielfältiges Kinder- und Familienprogramm sorgt im Sommer zudem für Unterhaltung und viel Spaß im Urlaub. In den Orten Kirchberg, Brixen im Thale und Westendorf gibt es von Montag bis Freitag verschiedene Abenteuer zu erleben. Ponyreiten, Klettern, kleine Wanderungen, oder Bauernhofbesuche – hier ist sicher für jeden etwas dabei.

5. Berggaudi für alle!

Wandern, Trailrun, biken, baden. Im Brixental kommen nicht nur die Kids, sondern die ganze Familie auf ihre Kosten.
Wir sind ja mittlerweile große Fans des „Schichtsporteln“: einer sportelt, einer bleibt bei Louise und dann wechseln wir. Ausgepowert ist es einfach eindeutig entspannter, die vierhundertste Blume am Wegesrand zu bestaunen.

Besonders gut ist uns das Schichtsporteln am Gaisberg und auf der Fleckalm gelungen.
Am Gaisberg führt der Kinderwanderweg GOASBerg ins Tal, wie auch zwei verschiedene Mountainbike-Trails. Einer biked, einer wandert. Coole Sache.
Mit der Fleckalmbahn geht’s ebenfalls von Kirchberg aus auf die Ehrenbachhöhe, wo in fünfminütiger Entfernung der gleichnamige idyllische Speichersee lockt.
Dort war ich stundenlang plantschen mit Louise, dort auf der Hütte und am Spielplatz, während Lars den berühmten Fleckalmtrail befahren konnte.
Danach gab’s einen Fahrradtausch auf der Hütte und ich konnte den Hahnenkammtrail nach Kitzbühel hinuntersausen. Hahnenkamm im Winter, Hahnenkamm im Sommer. Beides super cool.

Natürlich kann die Bergwelt auch wunderbar per Mountainbike und E-Bike erkundet werden. Ein breit ausgebautes Netz an Bike-Routen lässt keine Wünsche offen.
Dieses Jahr durfte Lars sogar gleich doppelt beim KitzAlp Bike Festival teilnehmen und so die Bergwelt auf ganz besondere Weise kennenlernen: beim VAUDE HillClimb gilt es, 500 Höhenmeter so schnell wie möglich bergauf zu fahren. Beim MTB Marathon zwei Tage später ging es auf verschiedenen Routen quer durch die Brixentaler Bergwelt. Gespickt mit einem tollen Rahmenprogramm hatten wir Mädels als persönlicher Fanclub ebenfalls eine riesen Gaudi am Streckenrand. Musik, Gipfelblick und eine super Stimmung inklusive.

Wem nicht so nach Biken zumute ist: das Angebot an Wanderwegen und Routen zum Trailrun ist gigantisch groß. Dort ist für jeden etwas dabei – immer gespickt mit wunderschönen Bergseen, in denen sich mit etwas Glück das Bergpanorama spiegelt.

Informiert Euch einfach vor Eurer Anreise beim Tourismusverband: die MitarbeiterInnen dort freuen sich auf Eure Nachrichten und haben sicher tolle Ideen für Euren Urlaub, die perfekt zu Euren Bedürfnissen passen!
So steht einem Familienurlaub der Extraklasse nichts mehr im Wege.
Viel Spaß Euch!

 

Tiroler Frühjahrsgaudi: Familien – Skiurlaub in Hopfgarten

Tiroler Frühjahrsgaudi: Familien – Skiurlaub in Hopfgarten

Ich habe mich verliebt. In ein kleines Fleckerl Tirol, das ich bisher völlig unterschätzt habe.
Hopfgarten, das war für mich bisher einfach dieser kleine Ort am Fuße der Hohen Salve, dem majestätischen Gipfel, den man sogar von unserem Balkon aus sieht.
Da müssen wir hin!
Unterschätzte Orte haben’s doch meistens in sich, oder?
Louise steht mit ihren drei Jahren nach einer ziemlich aktiven Saison mittlerweile recht sicher auf Ski (kein Wunder, wer einen Zauberteppich im Ort genießen darf) und so wollten wir das sonnige Winterwetter nochmal für ein paar Tage richtig gut ausnutzen.

Hopfgarten: der perfekte Ausgangspunkt

Nur gute 25 Minuten Fahrtzeit sind es für uns bis nach Hopfgarten. Wer also durch’s Inntal fährt, ist an der Grenze zu Österreich schon fast da und kann sich für die letzten Meter das Pickerl locker sparen.
Die Anreise per Bahn ist in Hopfgarten auch super easy: der Bahnhof Hopfgarten liegt nämlich direkt an der Talstation der Gondel und ist über Wörgl sehr gut angebunden. Vor Ort braucht man sein Auto dank kostenloser Busse ohnehin nicht – eine klimaneutrale Anreise lohnt sich hier also absolut!

Auf dem Penningberg

Für heute haben wir extra noch keinen Skipass gekauft – wir wollen erstmal ankommen und die Gegend kennenlernen.
Unsere Fahrt führt uns direkt hinauf auf den Penningberg. Direkt oberhalb von Hopfgarten liegt eine wunderschöne Hochebene, die nordseitig direkt an die Wildschönau anschließt. Urige Bauernhöfe reihen sich hier oben aneinander, die nicht umsonst schon als Kulisse für den „Bergdoktor“ gedient haben. Wir entdecken Pferde, Kühe und breit gespurte Loipen.
Die Langlaufski hüpfen schon vor Freude im Kofferraum, aber wir wollen heute rodeln!
Die Haagalm bietet sich dabei als perfektes Rodel-Ziel an.

Rodelgaudi auf der Haagalm

Vom Parkplatz Innerpenningberg führt ein idyllischer Weg über 3,5 Kilometer und 400 Höhenmeter durch den tief verschneiten Winterwald, der später auch unsere Abfahrtsspur sein wird. Obwohl sich der Frühling durch lautes Vogelgezwitscher ankündigt, sind wir hier noch im Winter-Wonderland. Alles strahlt weiß von den Bäumen und ein Blick auf die gespurte Naturrodelbahn verspricht eine flotte Abfahrt. Louise ist voll motiviert, zieht abwechselnd unsere Rodel, oder lässt sich ziehen. Die Aussicht auf eine Heiße Schokolade auf der Haagalm lässt die kleinen Beine eindeutig weniger schnell müde werden.
Oben angekommen haben wir nicht zu viel versprochen: es gibt heiße Schokolade für alle und eine traumhafte Aussicht auf die Hohe Salve gegenüber.
Die Abfahrt ist einfach Gaudi pur. Dank perfekter Neigung sausen wir in einem Stück im Tal und nicht nur Louise jauchzt vor Freude.
Besonders, weil direkt im Anschluss eine Fahrt mit der Pferdekutsche auf uns wartet.

Unsere erste Pferdekutschfahrt: Entschleunigung pur

Zugegeben ist es meine allererste Pferdekutschfahrt und ich bin etwas nervös, wie Louise auf die großen Kaltblüter reagieren wird.
Unser Kutscher Andreas erwartet uns schon am vereinbarten Treffpunkt und Louise ist völlig hin und weg von den hübschen, großen Pferden. Sie klettert mutig in die große Kutsche und beobachtet genau, wie Andreas die Kutsche routiniert auf die Straße lenkt, die uns in das hübsche Penningdörfl bringt.
Alles ist irgendwie langsamer, von der Kutsche aus betrachtet. Intensiver, entspannter.
Vielleicht liegt das aber auch an dem Schnapserl, das Andreas uns direkt am Anfang kredenzt. „I brenn aber nimmer selbst.“ schiebt er gleich in seinem sympathischen Tiroler Dialekt hinterher. „Do bin i zu alt. Und meine Bäume auch.“
Andreas wird auf dieser Fahrt noch einige launige Geschichten über die Region und das Leben hier oben am Berg erzählen und die Zeit in der Kutsche geht so viel zu schnell vorüber.
„Und wo geht’s jetzt ins Hotel?“ fragt Louise, sobald sie von der Kutsche gehüpft ist.
Kalt ist’s geworden, es hat begonnen zu schneien und nicht nur Louise freut sich auf den Hotelpool.

Daheim im Familienhotel

Wir übernachten im direkt an der Skipiste gelegenen Familotel „Das Hopfgarten“.
Familotel, das sagt schon alles, oder?
Mehrere Spielzimmer erwarten Louise, dazu ein Kinderbuffet, ganztägige Kinderbetreuung für Kinder ab 3 Monaten, ein kostenloser Eislaufplatz und ein Zauberteppich vor der Tür und natürlich alle kleinen Annehmlichkeiten, die uns den Urlaub mit Kind versüßen.

Beim Einchecken bekommt Louise ihre „ganz alleine meine“ Trinkflasche mit ihrem Namen und sucht sich direkt die ersten Spiele im Spiele-Regal nebenan aus, die sie jetzt sofort spielen will. Oder doch lieber erst zur Holz-Eisenbahn? Oder mit Papa schwimmen gehen?
Sie ist komplett überwältigt von all den neuen Eindrücken.
So erkunden wir erstmal unser riesiges Zimmer (inklusive Kachelofen!) und Louise packt direkt ihre Schwimmflügel aus. Der Nachmittagsplan steht also offensichtlich.
Ich biege direkt ab in den Wellnessbereich und genieße die Ruhe in der Sauna, die ich heute ganz für mich habe.
Der abendliche Drink an der Bar gelingt danach auch völlig stressfrei – Louise ist im Spielzimmer und hat schon die ersten Bekanntschaften mit anderen Kindern geschlossen.
So kommt es, dass die Eingewöhnung im hauseigenen Kindergarten „Happy Club“ am nächsten Tag nur wenige Minuten dauert, und wir schon zu Liftbeginn auf der Piste stehen.

Skifoan ohne Ende: die SkiWelt Wilder Kaiser

Die SkiWelt ist sozusagen mein „Heim-Skigebiet“. Mit über 200 Pistenkilometern ist es aber so groß, dass man immer wieder neue schöne Ecken entdeckt. Heute sausen wir einmal rüber bis Going und zurück und kehren dann auf der wunderschönen, frisch renovierten KRAFTAlm in Itter, unterhalb der Hohen Salve, ein (absoluter Geheimtipp!!!). Die Sonne strahlt, wir genießen Spritz und Kaiserschmarrn und schmieden Pläne für den Nachmittag.
Wir wollen unbedingt noch Zeit mit Louise verbringen und mit ihr Skifahren gehen.
Die ersten Versuche auf Ski sind einfach so herzig, da wollen wir keine Minute davon verpassen.

Vom Kindergarten auf den Zauberteppich

Die Ski unterm Arm holen wir Louise ab und sausen direkt zum Zauberteppich vor dem Hotel. Wir üben Kurven Fahren, hüpfen über die kleinen Schanzen und genießen unsere Zeit zu Dritt.
Nach einer kleinen Kaffee- (und Milchschaum)-Pause im Hotel geht’s noch zum Eislaufen nebenan, wo Louise ganz profimäßig mit Mini-Eislaufschuhen, die sie dort kostenlos ausleihen darf, ihren Pinguin über’s Eis schiebt.
Danach ist wieder Pool-Sauna-Spiele-Abendprogramm angesagt, bis wir alle drei todmüde ins Bett fallen.

So vergeht unsere Zeit in Hopfgarten viel zu schnell.
Wir Erwachsenen können uns kaum entscheiden, ob wir am liebsten Skifahren, oder Langlaufen gehen, ob wir einen der Fitnesskurse im Hotel besuchen, oder einfach mal im Wellnessbereich die Akkus aufladen. Die Kelchsau, das Skitourenparadies ist direkt um’s Eck, der Penningberg lockt mit seinen Loipen. Louise ist im siebten Himmel, will natürlich nicht mehr heim.
Wir wollen im Sommer wiederkommen, so viel ist sicher!
Diesmal ja vielleicht per Fahrrad, so weit haben wir’s ja nicht!

Wild, Weit, Frei: Kurzurlaub in Osttirol.

Wild, Weit, Frei: Kurzurlaub in Osttirol.

Sobald man an einen Kurztrip in den Süden denkt, fällt einem automatisch der Weg über den Brenner ein.
Aber Brenner kann jeder – Felbertauernstraße it is!
Erstens führt der direkteste Weg in den Süden schnurstracks über die Felbertauernstraße von Kufstein bis an die Adria.
Zweitens spart man sich das Pickerl und zahlt weniger Maut, egal mit welchem Gefährt man unterwegs ist.
Drittens kommt man auf dem Weg in den Süden rein zufälligerweise noch an Osttirol vorbei, was alleine schon eine Reise wert ist.

Louise darf ein langes Wochenende bei Oma & Opa verbringen und wir packen unsere Ski-Kollektion ins Auto, um ein entspanntes Skitouren-Wochenende in Matrei in Osttirol zu verbringen.
Während bei uns schon die ersten Krokusse sprießen, herrscht in den Alpen nämlich noch feinster Spätwinter und es liegt massenhaft bester Schnee zu Skifahren, Langlaufen und Schneeschuhwandern.

Anreise mit Aussicht

Allein die Anreise ist ein Genuss: von Kufstein aus geht es den Eiberg hinauf, vorbei an Scheffau, Ellmau, Going und dem Wilden Kaiser. Kurz danach kommt Kitzbühel und das riesen Skigebiet „Kitzski“, das uns bis zum Pass Thurn kurz vor Mittersill verfolgt. In Mittersill geht’s wieder auffi auf den Berg und rauf auf die Felbertauernstraße. Dort wollten wir am Weg eigentlich noch die Schösswendklamm und den Hintersee, sowie den Elisabethsee besuchen, aber es liegt noch so viel Schnee, dass all die wunderschönen Bergseen noch in tiefem Winterschlaf liegen.
Wir haben ja Zeit, so ohne Kind und heute ist der Weg das Ziel.

Das Matreier Tauernhaus: Startpunkt in die Berge

Die eineinhalb Stunden Fahrt verfliegen so schnell und schon verlassen wir den Felbertauerntunnel am Südportal und biegen direkt ein zum Matreier Tauernhaus: dem Startpunkt für unsere erste kleine Skitour.

Kalt ist es heute, windig und es schneit leicht. Wir ziehen dennoch unsere Tourenski an und machen uns auf ins idyllische Gschlösstal. Sanft ansteigend zieht es sich hinein in das wilde Tal, das jetzt im Winter nur andeutet, wie wahnsinnig hübsch es hier im Sommer sein muss. Links und rechts erheben sich die umliegenden 3000er in den Himmel und schon bald zeigt sich der Großvenediger, der wie ein Schutzpatron über Osttirol zu liegen scheint. Nur gute 2000 Höhenmeter und 10 Stunden Fußmarsch trennen uns von dem wohl schönsten 3000er der Ostalpen. Aber es ist noch zu früh im Jahr, die Spalten sind noch zu und der Großvenediger ist wirklich nichts für eine schnelle Tagestour. Gut, dass ich schon oben war. Das nimmt den Bergstress und lässt Raum zum Genießen.

Unsere Tour heute führt uns bis Außergschlöss. Vorbei an der Felsenkapelle und idyllischen Almdörfern, die wie aus der Zeit gefallen scheinen. Wir sind völlig allein, treffen niemanden ausser einen riesigen Bartgeier, der hier in den Steilwänden brütet.
Und das alles in nur eineinhalb Stunden Fahrtzeit! Wir fragen uns heute noch öfter, warum wir bisher eigentlich so selten in Osttirol waren.

Der Eispark Osttirol

Bei der Einkehr im Matreier Tauernhaus setzen uns die Bergführer am Nebentisch gleich den nächsten Floh ins Ohr: am Beginn des Gschlösstals wurde vor ein paar Jahren der Eispark Osttirol installiert. Der größte künstliche Eisklettergarten Osttirols. Hier kann man in relativ sicherer Umgebung seine ersten Eiskletter – Versuche wagen. Nur mit Guide, versteht sich.
Verlockend, wirklich. Ich weiß aber noch nicht, ob ich mich traue, nachdem ich dank Louise beim Sportklettern in den letzten Jahren mehr und mehr Angst bekommen habe.

Skifahren mit Großglockner-Blick

Am nächsten Morgen steht Skifahren auf dem Programm. Direkt neben unserem Hotel beginnt das kleine, feine Skigebiet „Großglockner Resort Kals-Matrei“. Wie der Name schon vermuten lässt, verbindet das Skigebiet die Bergorte Matrei und Kals am Fuße des Großglockners. Der thront eigentlich über dem Skigebiet und lässt eine wahnsinnige Aussicht auf seinen Doppelgipfel zu. Heute allerdings haben sich ein paar hartnäckige Wolken am Gipfel festgesetzt und lassen uns keinen Blick erhaschen.
Das Skigebiet besticht durch wirklich coole Skirouten und Varianten, sodass wir einige lässige Tiefschneeabfahrten finden können. Für Kinder ist das Skigebiet vielleicht nicht ganz optimal, es sind eher wenige blaue Pisten zu finden (gut für Könner!) und dank seiner Höhe ist es zwar schneesicher, aber auch kalt.

Wir haben auf jeden Fall ziemlich Muskelkater nach dem Tag pisteln – perfekt für unsere große Skitour am nächsten Tag.

Skitour auf die Hohe Saile

Um Punkt 8 holt uns Michael, seines Zeichens Chef der Kalser Bergführer am Hotel ab und wir fahren mit ihm erneut über die Felbertauernstraße zum Matreier Tauernhaus, wo unsere heutige Skitour auf die Hohe Saile (2993m) starten soll. Es hat Neuschnee gegeben und Michael weiß natürlich, wo der beste Powder zu finden ist.
Ich bin ziemlich aufgeregt, ob ich mit den zwei Männern heute mithalten kann, aber meine Aufregung verfliegt schnell.
Michael legt ein perfektes, gleichmäßiges Tempo vor, sodass nebenher noch Zeit bleibt, ihn über sein Leben als Bergführer und die Region auszufragen. Über 100 Mal war er bereits am Großglockner – zum ersten Mal mit 12. Louise, noch 9 Jahre! Ich kann es mir kaum vorstellen!

Mit Bergführer im Skitourenparadies

Unsere Skitour führt uns zum Glück erneut durch das idyllische Gschlösstal, heute bei strahlendem Sonnenschein.
Wir treffen auf den Nationalpark-Ranger, der sich mit Schneeschuhen und Fernglas auf die Suche nach dem brütenden Bartgeier-Paar macht. Wir sehen perfekt gefrorene Eisfälle, Eiskletterer und verschiedenste Tierspuren, die uns den Weg ins Tal zeigen. Kurz vor’m Talschluss biegen wir ab in nördliche Richtung, überwinden eine Steilstufe und finden uns in perfektem Skitourengelände wieder. Frisch verschneit, ideal kupiert, sonnig und mit freiem Blick auf den Großvenediger gegenüber. Da Michael spurt, konzentriere ich mich nur auf mich, meinen Schritt und genieße die Stille. Man hört nichts hier oben, wirklich nichts. Das Schleifen der Ski auf dem Schnee, mein Atem. Sonst nichts. Wie in einer Art Trance stapfen wir den Berg hinauf. Das Hirn wird plötzlich leer, das Gedankenkarussel hört auf, sich zu drehen. Wir sind einfach hier. Allein. Im Jetzt. Ein Traum.
Nach guten 1500 Höhenmetern sind wir am Ziel. Wie zu erwarten ist die Aussicht gewaltig hier oben. Wir stehen, jausnen und staunen, bis wir uns die Felle von den Ski reißen und die unverspurten Hänge auf dem Weg ins Tal mit lautem Jauchzen hinuntersausen. Ewig könnte es so weitergehen. Paradise: found!
Auch Michael macht es sichtlich Spaß und ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte Mal sein wird, dass wir mit ihm unterwegs sind. Mit Bergführer ist’s einfach nochmal etwas ganz Besonderes.

Osttiroler Cappuccino und Kitzbüheler Schmankerl

Am Nachmittag haben wir sogar noch Zeit, Matrei unsicher zu machen. Wir kaufen den Hofladen leer, testen Osttiroler Cappuccino (man merkt die Nähe zu Italien!) und staunen über die hohen Schneeberge, die uns vom Tal aus entgegen leuchten.
Während des Rückweges ist zum Glück wenig los auf den Straßen: mit gefühltem Tempo 30 fahren wir über die Felbertauernstraße nachhause, so imposant ist das Bergpanorama auf dem ganzen Weg.
Wir halten sogar noch in Kitzbühel – muss man mal gesehen haben – und treffen dann Louise mit Oma & Opa beim Skifahren.

Das erste, was sie zu uns sagt: „Jetzt ist Sommer. Jetzt können wir mit Rosl (unserem Bus) wieder nach Italien fahren, okay?“. Okay! Machen wir! Nächstes Ziel: Adria. Natürlich über Osttirol.
Wir freuen uns!

6 Tipps für Deinen Familien-Urlaub im Tölzer Land

6 Tipps für Deinen Familien-Urlaub im Tölzer Land

O(H)berbayern! Wie schön ist’s nur bei Dir! Südlich von München, eingebettet zwischen Starnberger See und Tegernsee liegt es: das Tölzer Land. Im Norden reicht das Tölzer Land bis fast bis an die Münchner Stadtgrenze, im Süden liegt schon Tirol und der Achensee. ... und dazwischen gibt es eine Menge zu entdecken! Natürlich, Bad Tölz kennt jeder. Aber neben der Tatsache, dass Bad Tölz Namensgeber und berühmtester Ort der Region ist, hat das Tölzer Land noch viele weitere wunderschöne Ecken. Von sanft geschwungene Hügeln bis zu steileren Voralpen-Gipfeln, von kleinen Badeseen bis imposanten Bergseen, von Freilichtmuseen, über Erlebnisberge bis Naturschwimmbäder und Klostergärten. Hier ist wirklich alles geboten, was es für einen unvergesslichen Urlaub mit (und auch ohne) Kindern braucht. Bayrisches Flair mit Biergärten, üppig geschmückten Blumen-Balkonen und Trachtenfeste inklusive. Wir waren diesen Sommer zu Gast in Benediktbeuern und haben sechs Tipps für Euren Familien - Urlaub in den bayrischen Voralpen im Gepäck!

1. Kloster Benediktbeuern

Mehr als ein Kloster! Direkt am Fuße der Benediktenwand liegt das Kloster Benediktbeuern. Über ein weites Areal erstrecken sich hier romantische Klostergärten, üppige Innenhöfe und die reich geschmückte Basilika St. Benedikt. Das hier ansässige Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) bietet zudem ein großes Programm an Kinder- und Erwachsenenbildung. Dazu gehören Konzerte, Austellungen und auch verschiedene Lehrpfade rund um das Kloster. Der Moorlehrpfad ist absolut super mit Kindern, Louise hat auch den Barfusspfad und den Klangpfad gerne erforscht. Ein Besuch im Klosterbräustüberl (inklusive Spielplatz!) ist absolut lohnenswert! Ihr merkt, hier lässt sich locker ein ganzer Tag füllen. TIPP: Otti's Eiscafé in der Nähe des Klosters ist wirklich einen Besuch wert! In ihrem privaten Garten hat Gastgeberin Otti hier kleine Inseln im Grünen geschaffen, in denen man bei Kuchen&Kaffee den üppig blühenden Garten bestaunen kann. Für die Kids gibt's Hasen und Meerschweinchen zum Streicheln und einen kleinen Teich zum Fische Schauen.

2. Stand-Up Paddling am Kochelsee

Den Kochelsee kannte ich vor meiner Zeit mit Louise nur als Sportkletter-Mekka. Hier gibt es über 100 super Sportkletterrouten, die mit Kind aber allesamt zu schwer sind. Deswegen haben wir uns einen gemütlichen See-Tag mit SUPen und Schwimmen gemacht. SUP-Verleihstationen am See, eine Stunde kostet 12€. Von der Kristalltherme aus fährt auch ein Motorschiff über den See. Man kann entweder eine Rundtour machen, oder gegenüber in Schlehdorf aussteigen und über den Felsenweg zurückwandern. Für größere Kinder ist auch das Erlebnis-Kraftwerk Walchensee ein lohnenswerter Ausflug - ebenfalls per Boot erreichbar!

3. Blomberg

Der Erlebnisberg. Per Sessellift geht's hinauf auf den knapp 1300m hohen Blomberg. Von dort aus kann man bei verschiedenen Rundwanderungen gleich mehrere Gipfel sammeln. Wir sind beispielsweise über den Kunstwanderweg auf den Zwiesel und den Heiglkopf gewandert. Alles ohne viele Höhenmeter und gut geeignet für Kinder. In der Nähe des Blomberghauses gibt es zudem noch einen Kletterwald (ab 4 Jahren). Wer gerne mit Apps arbeitet, kann noch eine App-Basierte Rundwanderung unternehmen und den Waldkrimi rund ums Blomberghaus aufdecken. 9 Stationen über ca. 2 Stunden erwarten Euch hier. Hinab geht's auf einem breiten Forstweg bis zur Mittelstation entlang einiger Waldspiel-Stationen, ab dort bringt uns die Sommerrodelbahn wieder ins Tal. TIPP: Wer lieber ohne Bergbahn unterwegs ist, kann von Wackersberg über die Waldherrn-Alm eine schöne Rundwanderung auf den Blomberg unternehmen. Den Link zur Tour findet ihr HIER.

4. Königs-Card Gastgeber aussuchen

Einige Beherbungsbetriebe bieten Dir gratis die Königs-Card zu Deinem Aufenthalt an. Diese bietet Dir eine gratis Benutzung der Öffis, gratis Eintritt in das wirklich genial schöne Alpenwarmbad Benediktbeuern, gratis Benutzung der Blombergbahn und Herzogstandbahn (super schön, direkt am Walchensee!), gratis Eintritt in das Freilichtmuseum Glentleiten und vieles mehr. Besonders mit Kind lohnt es sich total. Wir sind einfach jeden Tag nur für 1,2 Stunden ins Schwimmbad gegangen, sind schnell mit der Bergbahn auf den Berg gefahren, oder uns das (wirklich tolle) Freilichtmuseum angesehen.

5. Gipfelglück mit Seeblick

Zwischen Kochel- und Walchensee laden wunderschöne, nicht allzu hohe Gipfel zum Bergsteigen und Wandern ein. Seeblick ist dabei immer garantiert! Wir sind am frühen Abend noch auf den Sonnenspitz ab Kochel gewandert und konnten einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Der berühmteste Berg, der Herzogstand bietet eine wirklich imposante Grat-Wanderung hinüber zum Heimgarten direkt oberhalb vom Walchsee und für größere Wanderkinder ist eine Übernachtung auf der Tutzinger Hütte unterhalb der Benediktenwand ein tolles Erlebnis! TIPP: Der Herzogstand ist im Sommer heillos überlaufen. Fahrt dann lieber direkt mit der ersten Bahn hinauf (gratis mit der Königs-Card!) und seht zu, dass ihr als eine der ersten am Gipfel seid.

6. Bad Tölz

Das Tölzer Land ist zwar mehr als die berühmte Stadt Bad Tölz - aber die ist absolut einen Besuch wert. Süße Kaffees, eine idyllische Altstadt und die Isar vor der Türe laden zum Baden, Schlendern und Genießen ein. Wir haben es so gefeiert, endlich mal wieder richtig gut Thai essen zu gehen (TIPP: Rim Tung Thai Restaurant!!) und einen guten Kaffee direkt an der Isar zu trinken. Danach ging es noch ins Marionettentheater. In bayrischem Dialekt werden hier berühmte Märchen in einem wunderhübschen kleinen Theatersaal vorgetragen. Wir hätten niemals gedacht, dass Louise schon alt genug dafür ist, aber sie war VÖLLIG begeistert von dem "netten Theater", wie sie es nannte. TIPP: Von Bad Tölz aus führt eine kleine kindgerechte Wanderung zum Café Moraltalm - direkt vorbei am Spielplatz Taubenloch. Wandermotivation deluxe!

Heimatgfui und Reiselust. Gemütliches Familienwochenende in Bad Reichenhall

Heimatgfui und Reiselust. Gemütliches Familienwochenende in Bad Reichenhall

Wir Menschen sind ja manchmal seltsame Wesen.
Da fliegen wir freiwillig um die halbe Welt, um das Glück zu finden, sehnen uns nach fernen Orten und kennen uns in Bangkok besser aus als in Berlin. Irgendwie dämlich, oder?Wir haben für dieses Jahr beschlossen, endlich unsere Heimat mal richtig gut kennenzulernen.Daheimbleiben ist ja ohnehin im Trend und bevor wir zum hundertsten Mal über den Brenner sausen, sollten wir doch lieber erstmal unsere nähere Umgebung erkunden. Gebt’s zu, kennt ihr alle Orte um Euch herum? Ich nicht!
Der Chiemsee fehlt mir noch großteils, Traunstein sowieso und das ganze Berchtesgadener Land erst recht. Zwar habe ich hochschwanger noch schnell den Watzmann überschritten, aber das war’s dann fast auch schon. So war Louise immerhin schon mal auf dem Watzmann. Wenn auch mit minus 3 Monaten.

Inspiration am Gewürzregal

Die Inspiration für unseren ersten „Kurzurlaub dahoam“ gab’s in der Küche am Gewürzregal. Am Salzstreuer, um genau zu sein: Bad Reichenhall. Das klingt so mondän, ehrwürdig und … nach Salz.
Wo das genau ist? Mei, irgendwo gleich bei uns. Ich musste dann selber erstmal auf der Karte nachschauen.
Mittendrin im Berchtesgadener Land liegt’s. Umgeben von schönen Gipfeln, wilden Flüssen und idyllischen Seen. Nicht weit nach Salzburg, nicht weit zum Chiemsee, nicht weit zu den hohen Bergen. Eigentlich ein perfekter Ausgangspunkt für einen längeren Trip. 

Wir beginnen mal mit einem Kurz-Trip. 

Für die nächsten Tage ist leider gruseliges Winterwetter mit Sturm, Starkregen und Neuschnee angesagt. Langlaufski, Ski und Rodel packen wir trotzdem optimistischerweise mal in den Kofferraum, vielleicht meint es Petrus ja doch besser mit uns als vorhergesagt.
In Bad Reichenhall angekommen, schneit es, als würde Frau Holle ein ganzes Bettenlager lüften.
Wir sehen kaum die Hand vor Augen und alles ist dick bedeckt mit einer weichen Schicht aus Neuschnee.
Da könnte sich sogar Sightseeing mit Kind ausgehen! Was sonst wie ein Widerspruch in sich selbst klingt, funktioniert mit frischer Schneeunterlage wunderbar.

Sightseeing mit Schneeballschlacht

Auf dem Weg in die Innenstadt spazieren wir durch das dichte Schneetreiben und Louise hüpft aufgeregt durch den Kurpark, rollt sich im Schnee und rutscht von den schneebedeckten Bänken.
Schneeballschlacht vor der Alten Saline, Schneemann Bauen vor dem Kurhaus und Wettrennen durch den königlichen Kurgarten: bei Neuschnee ist einfach alles erlaubt!
Das Schlendern durch die Innenstadt fällt dann allerdings etwas kurz aus: wir haben Louise heisse Schokolade versprochen.
Da gibt’s kein Halten mehr.

Im hübsch renovierten Traditionskaufhaus Juhasz drehe ich kurz eine Shoppingrunde, bis wir uns im Obergeschoss in der Tagesbar wieder treffen. Hier ist eine wirklich hübsche Bar zu finden, wo man auf gemütlichen Sesseln in den ausgestellten Kochbüchern schmökern, ausgiebig frühstücken, oder auch nur einen Cappuccino mit Blick über die Dächer genießen kann.
Louise malt fleißig am Maltisch und wir kaufen unverhofft Keramik und Kochbücher – die typischen Urlaubs-Mitbringsel, oder?

Oh, du schöner Thumsee

Am Nachmittag ruft die Natur, und damit der Thumsee für einen Besuch.
Unsere liebste Fotografen-Freundin Anna kommt spontan vorbei für ein Fotoshooting am See, nachdem sie auf Instagram gesehen hat, dass wir in Bad Reichenhall unterwegs sind. Perfekter Zufall, wie so oft.
Wir spazieren gemeinsam am idyllischen Seeufer über tief verschneite Wege und genießen den perfekten Wintertag.
Auf einer kleinen Landzunge packt Anna ihre alte „Salatschüssel“ aus, in der wir ein kleines Lagerfeuer entzünden, Stockbrot backen und Tee trinken. Fast kitschig, aber auch wahnsinnig schön.

„Und wo ist jetzt das Datel?“ fragt Louise bald, ziemlich durchgefroren und mit roten Wangen.
Das „Datel“(=Hotel) ist glücklicherweise direkt am See und empfängt uns mit heisser Suppe und einem frisch eingeheizten Saunahäusl.
Papa und Louise entern sofort nach dem Einchecken den Pool, ich genieße Sauna mit Seeblick und Schnee-Kneippen danach. Traumhaft!
Schon kurz darauf ist Bett-Zeit für Louise. Schnell, schlafen, morgen gibt’s neue Abenteuer zu entdecken!

Tag Zwei

Es schüttet. Es regnet nicht, es schneit nicht, es schüttet. Und stürmt.

Ich wollte heute unbedingt mit der Predigtstuhlbahn auf den Berg fahren, oben zur Almhütte Schlegelmulde wandern und den beeindruckenden Blick ins Tal mit eigenen Augen sehen. Die hübsche rote Gondelbahn habe ich Louise dooferweise auch schon gezeigt, sie war völlig aufgeregt, aber bei dem Wetter muss ich ihr nun leider erklären, dass da keine Bahn fährt.
„Na, dann fliegt die halt weg mit dem Wind.“ ist Louises lapidare Antwort, während sie konzentriert weiter ihr Puzzle am Frühstückstisch bearbeitet. 

„Und warum heisst ein Berg eigentlich Stuhl?“ schiebt sie noch hinterher.
Gute Frage, beim nächsten Mal fragen wir ihn!

Rodeln fällt heute damit eindeutig auch aus, Langlaufen auch. Na, dann machen wir es uns eben gemütlich!
So trinken wir eben noch einen zweiten Kaffee am Kaminfeuer, ich lese Zeitung, Papa geht vor der Türe ein bisserl Zipfelbob fahren mit Louise. Schon bald packt mich aber auch die Rodellust und so sausen wir eben bei Sauwetter durch den Regen-Schnee! Wofür gibt’s denn Funktionskleidung?

Floaten in der Alpensole

Und wofür gibt’s Thermen? Genau für solches Wetter!
Normalerweise kann man mich ja jagen mit jeglichen Indoor-Aktivitäten, aber heute bin sogar ich reif für viiiel warmes Wasser.
Schwimmnudel, Schwimmflügel, Badeanzug in die Tasche und los geht’s in die Rupertustherme Bad Reichenhall.
So schnell können wir gar nicht schauen, ist Louise schon drin im Wasser und im Strudel und unterm Wasserfall und auf der Rutsche und, und, und.
Sie ist völlig in ihrem Element. Wunderbar, ich mach’ mich dann mal aus dem Staub.
Neben dem Familienbad ist nämlich direkt die eigentliche Therme mit Solebecken, Außenbecken, Salzgrotte und Dampfbad angegliedert. Wunderbar still ist es hier und das salzige Wasser fühlt sich ganz weich an auf der Haut. Besonders das Floaten im Salzwasser empfand ich als tolle Erfahrung.
Wie im schwarzen Meer. Nur in Bayern, statt in Israel. 

Da sind wir wieder beim Thema „Urlaub dahoam“

Zum Abschluss statten wir der Tagesbar Juhasz nochmal einen Besuch ab.
Uns hat es gestern einfach so gefallen dort, wir müssen nochmal hin!
Am Weg dorthin kommen wir noch am Café Reber vorbei und decken uns mit den gleichnamigen Mozartkugeln ein – ich bin nämlich zugegebenermaßen ein wenig süchtig.

Völlig entspannt, wohlig warm und wunderbar gemütlich war es, unser Kurztrip – Wochenende „dahoam“.
Aber warte ab, Bad Reichenhall, wir kommen wieder! Und dann so richtig!
Mit Sonne und Bergen und so.
Wir müssen ja immerhin noch rausfinden, warum Euer Berg ein Stuhl ist!

Fernweh. Luxusproblem oder Krankheit?

Fernweh. Luxusproblem oder Krankheit?

Wir sind eine „Fliegerfamilie“. Oma und Opa sind geflogen, mein Mann fliegt, ich fliege. Natürlich nicht als Drachen, oder Vögel, sondern als Airline-Crew.
Reisen ist unser Beruf und zuhause sein war dadurch während der letzten zehn Jahre mehr so eine Randerscheinung.

Mit Kind ändert sich das natürlich komplett. Von ein auf den anderen Tag gab’s Wochenbett statt Waikiki Beach und Apfelmus statt Moscow Mule. Am Anfang habe ich sie manchmal wahnsinnig vermisst, die Fliegerei. Das Crew-Leben, das Weg-Sein, die Zeit für sich, die man auf Reisen hat. Meine Streifzüge durch Hongkong, wuselige Märkte in Schwarzafrika, Bergtouren in den USA - bis vor Kurzem „normal“ - heute wie aus einer anderen Welt.

Und jetzt?
Genieße ich das „daheim“ sein mehr denn ich mir es je hätte vorstellen können. Wir haben, dank Kind und Kurzarbeit, das erste Mal ein „geregeltes“ Leben. Könnten theoretisch jeden Donnerstag zum Yoga gehen, müssen uns nach keinem Dienstplan richten und arbeiten keine Nächte mehr durch. Dank des letzten Corona-Jahres haben wir Zeit gehabt, Omas Garten herzurichten, eigene Kartoffeln anzubauen, Freundschaften zu knüpfen, neue Hobbies zu lernen und einfach mal „zuhause“ zu sein.
Wir finden es herrlich.

Fernweh? Manchmal schon.
Wir haben schon wirklich viel von der Welt gesehen und dadurch gelernt, wie wertvoll es ist, mitten in Europa zu leben. Sauberes Trinkwasser, ärztliche Versorgung - alles absolut keine Selbstverständlichkeit!

Dennoch möchte ich Louise genau das auch bald zeigen. Sie soll sehen, wie die Kinder in Indien, Japan, Afrika aufwachsen und soll erkennen, dass ihr „Luxus-Heidi-Leben“ in den Bergen alles andere als selbstverständlich ist. Mit ihren zwei Jahren hat sie schon jetzt 36 Flüge in ihrem Flugbuch stehen, war schon in Mamas Bauch bis nach Toronto und Shanghai unterwegs und ihre ersten Schritte hat sie an einem thailändischen Strand gewagt.

Dieses Jahr wollten wir eigentlich den Januar in Mexiko verbringen Wurde nix. Dank Corona.
Auch recht.
Den Kindern ists’s sowieso egal wo sie sind und Fernweh ist ja eigentlich doch nichts als ein Luxusproblem.
Dennoch… muss man wohl immer mal wieder weit weg, um zu merken, wie schön und privilegiert wir zuhause leben dürfen und wie klein unsere Erste-Welt-Probleme eigentlich sind im Vergleich zu den vielen Milliarden Menschen da draußen, die jeden Tag WIRKLICHE Probleme zu bewältigen haben und von unserem Heidi-Leben nur träumen dürfen.

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