Okt. 13, 2022 | Berggeschichten
Es gibt sie, diese Berge, die einen magisch anziehen, die eine ganz besondere Bedeutung für’s Leben, für die eigene Heimat haben. Für mich ist es der Brünnstein. 1619 Meter hoch thront er erhaben über meinem Heimatdorf Oberaudorf im oberen Inntal. Ein klassischer bayrischer Voralpen-Gipfel eben, der sogar per Bus und Bahn erreichbar ist.
Von jeder Seite führen unterschiedliche Wege auf seinen Gipfel. Unten Wald und Wiesen, oben Kraxelei.
Leicht zu besteigen ist er nicht – in unter zweieinhalb Stunden Gehzeit hat man kaum eine Chance, seinen Gipfel zu erreichen. Doch schon als Fünfjährige war es für mich das Höchste, mit Oma den Klettersteig am Brünnstein zu bezwingen. Bei der Aussicht auf echte Felskletterei waren sogar zwei Stunden Aufstieg kein Problem für meine kurzen Kinderbeinchen. Hoch alpin wirkte er damals auf mich, der „Dr. Julius Mayr-Weg“, der vom Brünnsteinhaus auf den Gipfel führt. Ewig lang und wahnsinnig steil.
Heutzutage liebe ich ihn noch immer – auch wenn er auf eine sportliche 35-Minütige Kraxelei vom Brünnsteinhaus auf den Gipfel zusammengeschrumpft ist.
Aber beginnen wir von vorn.
Auf den Brünnstein zu jeder Jahreszeit
Für jede Jahreszeit gibt es den perfekten Weg auf den Brünnstein. Ob per Ski, mit Rodel, durch Krokusfelder oder am kühlen Bachlauf entlang, wenn die Sonne brennt – der Brünnstein ist immer eine Wanderung wert. Manche sind gut machbar mit Kind, andere vielleicht doch noch etwas zu steil. Dennoch ist hier für jeden was dabei.
Der Brünnstein im Winter
Im Winter ist definitiv der Weg von Mühlau über die Rechenau der schönste Aufstieg auf den Brünnstein. Der Weg ist praktischerweise hinab eine geniale Rodelbahn, hinauf dabei steil und zach. (ACHTUNG: Nix für Kids!!)
Eine heiße Schoki mit Kaiserblick im ganzjährig geöffneten Brünnsteinhaus darf vor der Abfahrt keinesfalls fehlen. Rodel kann man selbst mit hochziehen, oder im Brünnsteinhaus ausleihen.
Eine Skitour führt ebenfalls auf den Brünnstein, die geht aber nur bei richtig guten Verhältnissen und beginnt beim Gasthof Buchau.
Der Brünnstein im Frühling
Im Frühling liebe ich den Rundweg vom Gasthof Buchau hinauf zum Brünnsteinhaus. Der Teil bis Buchau ist eine nette Mountainbike-Tour, wo es die ersten 300 Höhenmeter aber der Ortsmitte zu überwinden gibt. Ab da geht es zu Fuß weiter. Steil durch den Wald hinauf, vorbei an der Fritzenwand, bis zum Brünnsteinhaus. Hinab gehen wir den längeren Weg über die Groß-Alm über weite Almwiesen voller Krokusse, mit wunderschönem Blick ins Tal.
TIPP: Danach unbedingt im urigen Gasthof Buchau einkehren!
Der Brünnstein im Sommer
Im Sommer ist der Weg ab der Hinteren Gießenbachklamm der schönste Weg hinauf. Am kühlen Bachlauf der Gießenbachklamm radeln wir stetig hinauf, vorbei am Örtchen Dörfl und unserer geliebten Schopperalm. Am Parkplatz Hintere Gießenbachklamm parken wir unsere Fahrräder, füllen unsere Trinkflaschen mit dem glasklaren Wasser des Bachlaufs und wandern auf einem schmalen Pfad weiter bis zum Naturfreundehaus. Von dort aus schlängelt sich der Weg steil hinauf bis ins idyllische Himmelmoos. Hier im Moos fängt wirklich der Himmel an! Ein wunderschöner, weiter Almboden empfängt uns. Kühe grasen, Almhütten stehen verstreut auf den Wiesen. Der Kaiser leuchtet hinüber, Bänke laden zum Rasten ein. Traumhaft! Absolutes Must-See!
Der Brünnstein im Herbst
Es ist Herbst. Die Blätter färben sich endlich bunt, wir haben kinderfrei. Klarer Fall: ab auf den Brünnstein! Eine Sonnenuntergangs-Tour auf den Brünnstein ist einfach jeden Herbst Pflicht.
Wir starten unsere Herbstwanderung am Waldparkplatz Tatzelwurm in der Nähe des Tatzelwurm-Wasserfalls, den ihr unbedingt besuchen müsst, wenn ihr ihn noch nicht kennt.
Der Aufstieg vom Waldparkplatz Tatzelwurm (797m) ist auch für Kinder der geeignetste Weg, da man die wenigsten Höhenmeter zurücklegen muss und er mit am abwechslungsreichsten. Bis zum Brünnsteinhaus sind es ziemlich genau 600 Höhenmeter, bis zum Gipfel nochmal knapp 300hm mehr.
In steilen Kehren folgen wir dem AV-Weg 657 bis zur Schoißeralm und folgen dem Forstweg weiter bis zu einer Wegkreuzung, wo wir linkerhand weiterwandern. Wer mag, kann ungefähr bis hier per eBike radeln, muss sein Fahrrad nun auf knapp 1200 Metern stehenlassen und zu Fuß weitergehen. Ein schmaler Steig führt nun über Bachläufe und durch einen idyllischen Märchenwald. Im Laub rascheln die Vögel – ansonsten ist es still. Wir sind heute die einzigen Wanderer und sollen bis zum Brünnsteinhaus keine anderen Menschen treffen.
Bald endet der Weg und biegt rechterhand in einen kleinen Waldsteig ab, der sich in steilen Kehren über Wurzeln und kleine Felsabsätze hinaufzieht. Ein klarer „Kinder-Trail“, wie Louise sagen würde. Schmal, wurzelig, spannend. Es geht über schmale Brücken und kleine Bachläufe. Wunderschön. Kleinere Kraxel-Passagen sind sogar seilversichert, für trittsichere Wanderer aber problemlos machbar.
Bald öffnet sich die Landschaft und wir erreichen das Gebiet der Groß-Alm. Hier treffe sich die Wanderwege aus Buchau und von der Rosengasse, bevor es weitergeht auf dem „Bankerl-Steig“ (AV 657). Das passende Bankerl zum Bankerlsteig erreichen wir kurz vor dem Brünnsteinhaus, wo wir kurz rasten und das wahnsinnig schöne Panorama genießen.
Eine kleine seilversicherte Traverse im Herbstlicht erwartet uns noch, bevor wir das Brünnsteinhaus erreichen. Wir Profis haben es natürlich geschafft, am Ruhetag hinaufzukommen. So ist immerhin nichts los, aber wir müssen auch auf unser Abendessen am Berg verzichten.
Ab auf den Gipfel
Es folgt: mein Lieblingsteil. Felsvorsprünge, Seilversicherungen, Stahlleitern, Höhlen, Tiefblicke, Ausblicke, und: die mutigsten Gamserl der Welt. Die sind so mutig, dass sie nur wenige Meter vor uns stehen und uns ganz genau mustern. Na, ihr habt auch wirklich gar keine Angst, oder? Im ersten Moment dachte ich wirklich, die habe der Tourismusverband hier aus Plastik als Touristenattraktion positioniert – so still und starr standen sie da!
Am Gipfel sind wir kurze Zeit später wieder völlig allein. Ein schmaler Felsgrat bildet den Gipfelaufbau. Darauf befindet sich ein Gipfelkreuz und eine kleine Kapelle. Einen der schönsten Rundum-Blicke der Voralpen erwartet uns noch dazu. Direkt vor uns Zahmer und Wilder Kaiser, daneben die anderen Oberaudorfer Hausberge Wildbarren und Hocheck. Tief unter uns die Oberaudorfer Almen, hinter uns das Inntal mit den markanten Bergen Heuberg und Kranzhorn. An klaren Tagen reicht der Blick bis in die Hohen Tauern zu den schneeweißen Gipfeln des Venedigermassivs.
Ein obligatorisches Gipfelbussi, dazu warmer Tee und eine kleine Brotzeit. Ich würde am liebsten ewig hier sitzen. Doch leider ist Herbst. Das bedeutet: die Sonne geht bald unter. Wenigstens den Klettersteig würde ich gerne noch im Hellen meistern – kurz hinter dem Brünnsteinhaus holt uns dann aber doch die Dunkelheit ein. Mit Stirnlampen ausgerüstet wandern wir glücklich und erfüllt auf demselben Weg zurück ins Tal und direkt in die ortsansässige Pizzeria auf einen gemütlichen Abend mit Freunden.
Ein perfekter Tag daheim. Und nun heisst’s: Ski wachsen und Rodel schleifen, um den Brünnstein bald im Winterkleid bestaunen zu dürfen.
Sep. 20, 2022 | Urlaubsziele
Laax! Wie ich mich gefreut habe, in die Schweizer Berge zurückkehren zu dürfen!
Damals, als ich noch coole Snowboarderin war, durfte ich, kaum volljährig, mit Freunden ins Boarder-Mekka reisen. Mit Baggypants und bunt beklebtem Helm, versteht sich.
Dass ich knappe 20 Jahre später mit Kind und Mann einen Sommerurlaub in Laax verbringen darf, hätte ich mir damals wohl nicht gedacht. Ein bunt beklebter Helm war wieder im Gepäck, diesmal allerdings für Louise. Und Longboards. Und Fahrräder. Und jede Menge Neugier auf Graubünden und die Schweizer Berge.
Hier kommen unsere 7 Tipps für Euren Familienurlaub in Laax!
1. Das rocksresort in Laax. Einchecken im Skater-Dorf.
Bunt verstreut stehen große, hübsch designte Steinwürfel am Fuße der Bergbahn zum Crap Sogn Gion. Die Zimmer darin groß, geräumig, modern. Im Apartment-Style mit Küche, bodentiefen Fenstern, Bergblick aus jedem Zimmer. Absolutes 100% Wohlfühl-Potential. Und das geht draußen weiter.
In der Mitte der Würfel erwartet uns der rocksresort PARK. Unser privater „Dorfplatz“ der Extraklasse. Ein großer Pumptrack, ein Kinder-Zauberteppich, ein Kinder-Trail, Trampoline, Spielplatz, Slacklines, Snake Run, ein mini Fussball-Platz laden ein zum Spielen, Sporteln, Relaxen.
Rundherum verteilt finden sich hübsche Cafés und Bars, Restaurants, ein Supermarkt, Bäckerei, Geschäfte, Verleihstationen.
Kein Wunder, dass wir am liebsten den ganzen Tag hier verbracht hätten, oder?
Ich drehe mit dem Longboard meine Runden, Lars testet sein Leih-MTB in der Bowl, Louise hüpft mit den anderen Kids am Trampolin.
TIPP: Das asiatische Restaurant NOOBA ist absolut empfehlenswert! Und vorher einen Kuchen im PIAZZA CAFEDELI genießen, während die Kids im Sandkasten nebenan Sandburgen bauen.
2. Mit Ami Sabi die Bergwelt entdecken.
Kinder sind hier im rocksresort mehr als willkommen.
Der Zauberer Ami Sabi, der Freund der Tiere und der Pflanzen, ist dabei omnipräsent.
Zur Begrüßung bekommt Louise eine Ami Sabi Box geschenkt, am Zimmer liegen Bücher von Ami Sabi und das Sommer- und Winter-Betreuungsprogramm ist natürlich geführt von… Ami Sabi.
Hier können Kinder ab 4 Jahren im Wunderland Spannendes über die Bergwelt, Natur und die Elemente lernen, basteln und erleben. Die Zeiten für die Ami Sabi Werkstatt, sowie das Wunderland lassen sich HIER einsehen.
In Louises Ami Sabi Box gab’s zudem einen „Siruppass“, mit dem sie gratis Sirup in den zum rocksresort gehörigen Restaurants bestellen konnte. Sie war so stolz, dass sie ihn den ganzen Tag um den Hals trug!
3. Baumwipfelpfad, Laax Murschetg. Natur hautnah erleben.
Direkt neben dem rocksresort wartet ein besonderes Highlight: Der Baumwipfelpfad namens Senda Dil Dragun. Über eineinhalb Kilometer spaziert man hier weit über dem Waldboden zwischen den Baumwipfeln hindurch – und wird automatisch Teil dieser faszinierenden Welt.
Vier Plattformen laden zum Verweilen ein, die Holzkugelbahn liebt Louise besonders, genauso wie die versteckten (Holz-)Tiere, die es überall im Wald zu entdecken gibt.
Größere Kids können mithilfe einer Augmented-Reality Brille spielerisch eine Menge über die Tiere und Pflanzen des Waldes lernen. Ami Sabi führt sie hier virtuell über den Baumwipfelpfad und vermittelt allerhand Lehrreiches rund um die Schweizer Bergwelt.
4. Crap Sogn Gion: Bike-Trails und Kids-Park über den Wolken.
Skaten auf 2552 Metern? Klar!
Per Luftseilbahn schweben wir vom rocksresort aus hinauf auf den Crap Sogn Gion. Oben erwartet uns wohl die coolste Bergstation der Welt. Stylish designt, mit Kletterwand, Ninja Park, Skatepark, Snakeline und Trampolinen ausgestattet. Dazu gibt’s einen gratis Verleih von Boards, Laufrädern und Microscootern. Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich Louise nicht lange ohne Laufrad in der Hand gesehen habe!
Direkt an der Bergstation startet auch der „Never End Trail“, einer der berühmtesten Biketrails der Alpen. Lars hat sich direkt die 1000 Höhenmetern hinabgestürzt und kam eine Stunde später überglücklich und ziemlich dreckig wieder bei uns an. Nochmal?
Klar!
Diesmal über den „Crest la Siala“ Trail. Beide wohl „megabombe“, wenn ich Lars zitieren darf. Sein breit grinsendes matschgesprenkeltes Gesicht muss ich dabei auch noch mitzitieren!
Wer nicht so der Biketrail-Pro ist: in Laax gibt es 330 Kilometer Bikerouten, die es abzuradeln gilt!
5. Connbächli/ Caumasee / Il Spir: Der wohl schönste Wanderweg der Welt.
Die wahrscheinlich schönste Kinder – Wanderung startet am Caumasee. Glasklar und blitzblau fügt sich der See in die Landschaft ein – wir freuen uns schon vor der Wanderung auf den Sprung ins kühle Nass danach!
Den See kann man bequem per Fahrrad, oder auch mit der Buslinie 101 erreichen, die für Gästekarten-Inhaber kostenlos ist. (Gibt’s im rocksresort dazu!).
Ein kleiner Lift bringt uns anschließend vom idyllischen See aus ein paar Höhenmeter hinauf, irrsinnig schöne Blicke auf den tiefblauen See inklusive.
Und da fließt es schon, das Connbächli.
Über 6 Kilometer wandern wir leicht bergab durch einen wunderschönen Märchenwald entlang des „Bächli“. Wir lassen Blätter schwimmen, Stöcke werden zu Booten, Nussschalen zu Lastenkähnen. Louise rennt den Schiffen hinterher, baut Staudämme, lässt Naturboote fahren.
Die 6 Kilometer vergehen wie im Flug! Am Ende der Wanderung erwartet uns noch ein besonderes Highlight: die Aussichtsplattform „Il Spir“ ermöglicht uns einen atemberaubenden Blick auf die Rheinschlucht, den „Swiss Grand Canyon“. Absolut sehenswert!
TIPP: Bikini nicht vergessen und danach unbedingt noch in den wunderschönen Caumasee springen!
6. Freestyle Academy, Laax. Kinderturnen für Cool Kids.
Okay, die Freestyle Academy war unser absolutes Highlight.
In einem Zirkuszelt der Schweizer Zirkus-Familie Knie residiert derzeit die Freestyle Academy, bis ihr neues Reich direkt beim rocksresort fertiggestellt ist.
Als erste Indoor-Freestyle-Halle der Welt befindet sich hier auf 1200 Quadratmetern das Freestyle-Paradies schlechthin für alle Skater, Boarder, Freestyler – und die, die es werden wollen.
Vert Ramp? Airbag? Micro Ramp? Skate Bowl? Noch nie gehört? Macht nix!
Hier kann sich zu den trainingsfreien Zeiten jeder mit kostenlosen Leihboards, Laufrädern und Microscootern ausprobieren – der riesengroße Trampolinpark lässt keine Wünsche offen. Für die ganz Kleinen bis 5 Jahre ist der Sonntagvormittag reserviert.
Hier wird die ganze Academy zum riesengroßen Kinderspielplatz, dem Spielplatz „Flying Ants“!
Louise durfte am Vormittag an einem Kids – Kurs für die Einheimischen Kids teilnehmen. Trampolin hüpfen, Tricks üben, mit Laufrad und Scooter durch die Bowl sausen. Geführt von zwei richtig coolen Mädels, alles komplett auf Schweizerdeutsch. Verstanden hat Louise nix, gefeiert hat sie’s dafür umso mehr!
Liebe Laaxer Kids, ihr habt echt das coolste Kinderturnen der Welt!
TIPP: Antirutschsocken oder Turnschläppchen einpacken!
7. Foppa, Flims.: Bikeschool, MTB Trails und der Wasserweg.
Endlich! Ein eigener Mountainbike-Lehrer für mich! Wie ihr wisst, sause ich ja mehr schlecht als recht alle Trails runter, die sich auf unseren Reisen so finden.
Seit meinem Kurs mit Jan von der Laax School weiß ich endlich, was ich da tue. Jan ist festangestellter Bike-Instructor in der Laax School und hat mir in zwei Stunden die Basics des Bikens beigebracht.
Erst am Übungshang an der Talstation in Flims, dann am genialen Pumptrack in Flims und als Highlight durfte ich danach mit ihm noch den „Runca Trail“ hinabsausen.
Das Biken auf meinem Leih-Fully war so eine Offenbarung für mich!
Ich kann plötzlich über Steine biken, als wäre es Gummibärchen! Welten liegen zwischen Lars’ antikem Hardtail Bike und dieser Rennmaschine! Als ob ich plötzlich radeln könnte. Absolutes Sucht-Potential! Danke, Jan!
Und was machen Lars & Louise so lange? Lars konnte am genial geshapten Pumptrack in Flims seine Runden drehen, während Louise nebenan am Spielplatz ihre Tiefbohrungen im Sandkasten vorgenommen hat. Und am Ende war sie sogar bereit, mit Papa ein paar Runden im Pumptrack zu drehen. Sie will ja auch werden wie Jan, fügt sie danach noch hinzu.
TIPP: Der Runca Trail ist ein wunderschöner Trail, der auch für „fortgeschrittene Trail-Anfänger“ bestens geeignet ist!
DANKE, Laax! Es war der Wahnsinn bei Euch!
Sep. 4, 2022 | Urlaubsziele
Wenn ich mir das perfekte Hotel für einen Berg-Urlaub mit Kindern ausmalen müsste, es hätte einige wichtige Kriterien: Bergblick muss es haben, klar. Ruhig soll es sein, umgeben von Natur, weit Weg von Verkehrslärm und Zivilisation. Ein Badesee oder Pool wäre toll, ebenso Kinderbetreuung, ein Spielplatz und am besten noch ein Bauernhof. Dazu ein Wellnessbereich, Yoga und großartiges Essen. Naja, hübsch soll es natürlich auch sein. Viel Holz, Filz und wenig, was Blick und Gedanken stört.
Zu schön um wahr zu sein
Klingt wie ein Traum? Ist es nicht. Das 4*S Naturresort PURADIES in Leogang vereint nämlich genau all diese Kriterien und macht es so zu einem perfekten Urlaubshotel für Familien (und die, die es werden wollen ;))
An einem regnerischen Augusttag packen wir unsere Taschen und unternehmen die nur einstündige Fahrt nach Leogang im Salzburger Land. Links und rechts von uns erstrecken sich eigentlich die hohen majestätischen Gipfel der Leoganger Steinberge, aber heute sehen wir nur Wolken. Dick und grau hängen sie am Himmel.
Fast allein, etwas erhöht auf einem Sonnenplateau über dem Dorf thront unser heutiges Ziel: das PURADIES.
300.000 Quadratmeter Wiesen, Weiden, Wald in Alleinlage inmitten der Natur.
Ein Hotel, 76 Zimmer, 14 Chalets, ein Badeteich, ein Saunahaus, ein Spielplatz und ein kleiner Bio-Bauernhof befinden sich auf dem Areal.
Seit über 50 Jahren schon vermietet die Inhaber-Familie Madreiter Fremdenzimmer. Dass sich in dieser Zeit einiges in und um das Hotel getan hat, ist offensichtlich. Harmonisch fügt sich der imposante Hof in die Landschaft ein. Holz verbindet sich mit Glas, modernes Design mit alpinem Charme. Alles ohne Chichi, pur, rein und wie aus einem Guss. Wir sind direkt verliebt.
Bevor wir überhaupt einchecken können, rennt Louise schon schnurstracks in Richtung Kuhweide, wo sie den hoteleigenen Bio-Bauernhof erwartet, von dem wir ihr erzählt haben. So kommt es, dass unser erster Weg nicht zur Rezeption, sondern in den Stall führt. Die Hasen haben Babies bekommen, die Schweinemama säugt auch gerade ihre Kleinen. Louise ist kaum mehr aus dem kleinen Stall herauszubekommen.
Frühstückseier vom Lieblingshuhn
Beim Check-In erwartet Louise gleich die nächste Überraschung: sie darf sich jeden Tag selbst Eier aus dem Hühnerstall abholen und diese an der Rezeption abgeben. Dort werden sie mit Namen und Datum versehen und kommen am nächsten Morgen frisch zubereitet als Frühstückseier auf den Tisch. Kein Wunder, dass Louise plötzlich freiwillig Rühreier frühstückt. Die Hasen lieben Äpfel von der Weide, erfahren wir ausserdem. Also: Äpfel sammeln, Hasen füttern, Eier zählen. So soll Louise die nächsten Tage stundenlang im Stall verbringen, zusammen mit einigen anderen Kindern in ihrem Alter, mit denen sie schnell Freundschaft schließt.
Holz, Filz und Weitblick
Nun geht’s aber vom Bauernhof endlich mal hinein ins Puradies!
Die Einrichtung des Hotels und auch der Zimmer entspricht ganz unserem Geschmack. Viel Holz, Filz und Naturmaterialien in modernem Design lassen das Hotel wunderbar hell und gemütlich wirken. Wir dürfen eine große Suite mit zwei Zimmern bewohnen. Unser geräumiges Badezimmer mit Badewanne und Dusche hat Bikepark-Blick (love it!), ein tiefer Balkon mit Bergblick lädt dank seiner Liegestühle zum Träumen ein. Louise darf in ihrem eigenen Zimmer inklusive Hochbett übernachten. Das erste Mal oben schlafen! Ziemlich aufregend. Erinnerst Du dich noch daran?
Apropos raus: höchste Zeit, die Gegend zu erkunden!
Gipfelglück für alle!
Dank der Saalfelden-Leogang-Card, die es gratis zu unserem Aufenthalt dazu gibt, dürfen wir für die Zeit unseres Aufenthaltes 2x täglich die Leoganger Bergbahnen und viele weitere Attraktionen nutzen. Die Steinbergbahn ist nur wenige Meter vom Hotel entfernt, zur Asitzbahn und dem Epic Bike Park radeln wir keine fünf Minuten. Der Bike-Transport ist ebenfalls 2x täglich inklusive, ebenso die Freibad-Benützung und weitere Attraktionen, die wir aber während unseres Kurzurlaubs gar nicht nutzen, da wir möglichst viel Zeit auf dem Bike und in unserem traumhaften Hotel verbringen möchten.
Bike&Play
An der Bergstation der Asitz- und Steinbergbahn (die beiden Bahnen treffen sich am Gipfel) startet Leo’s Rätseljagd. Eine kleine Wanderung beschreibt anhand vieler Spiel- und Rätselstationen einen Rundweg, die Kinder dürfen während des wanderns rätseln und sich mit der ausgefüllten Antwortkarte eine kleine Überraschung an der Bergbahn-Kassa abholen.
TIPP: Am Gipfel des großen Asitz erwartet Euch ein wunderschöner Speichersee, in dem sich die Berggipfel spiegeln.
Glücklicherweise starten auch die legendären Bike-Trails an der Bergstation der Bergbahnen, sodass ein Elternteil biken gehen kann, während der andere mit Leo und Louise rätselt. Die Steinberg-Line ist eine wunderschöne Flowline, die sogar ich als relative Anfängerin mit großer Gaudi gleich doppelt hinuntergesaust bin.
An der Talstation der Asitzbahn erwartet Euch zudem der Riders Playground Leogang. Hier gibts es 2 Bike-Zauberteppiche mit Mini-Trails für Anfänger wie mich und Louise, sowie ein Pumptrack, Trampoline und natürlich auch wilde Jump-Lines. Die macht Louise dann nächstes Jahr. 😉
An der Mittelstation der Asitzbahn erwartet die Kinder noch ein ganz besonders schönes Highlight: der Berg der Sinne. Über ein riesengroßes Areal erstreckt sich hier das Kinderparadies deluxe. Über 30 Stationen gibt es hier zu entdecken, darunter ein Wasserspielplatz, Kräuterweg, Klettergerüste, und genügend Platz zum Lernen mit allen Sinnen. Etwas oberhalb befindet sich noch ein irrsinnig schöner Speichersee mit einem Badebereich für Kinder. Wir haben jeden einzelnen Tag hier oben verbracht – einer auf dem Bike – einer mit Louise.
Relax!
Zurück im Hotel weiß Louise gar nicht, was sie zuerst will. Das Wochenprogramm verspricht Kinderschminken in der Kinderbetreuung, der Natur-Badeteich lockt zum Plantschen und eigentlich brauchen die Hasen doch auch dringend neue Äpfel. Louise entscheidet sich für’s Baden mit Papa am hauseigenen Badesee mit Kinderbereich, dafür gönne ich mir eine Yoga-Stunde vom täglichen Yoga-Programm (inklusive) und danach einen Besuch im kinderfreien Badhaus mit vier verschiedenen Saunen und Relax-Bereich.
Vorher genießen wir noch die Nachmittagsjause auf der Terrasse. Cappuccino und Kuchen mit Kuhblick. Ein Traum. Dass die Kühlbox mit Eis für die Kinder einfach frei zugänglich für die Kids neben dem Buffet steht, findet Louise glücklicherweise erst am Abreisetag heraus, als sie mit den anderen Kindern den wunderschönen Spielplatz mit Bergblick unsicher macht.
Dinner for Two
Unser großes Ziel im Urlaub ist es immer, Louise möglichst früh ins Bett zu legen, um das Abendessen zu zweit genießen zu können. Das ist hier im Puradies glücklicherweise nicht sonderlich schwer. Louise ist jeden Abend so ausgepowert vom Biken, Spielen und Baden, dass sie schon gegen 18:00 ihr Abendessen aus dem Kindermenü auf unserem Balkon serviert bekommt, sie dann freiwillig in ihr Hochbett klettert und uns in Ruhe Abendessen gehen lässt. Nach einem Drink an der richtig cool designten Bar können wir so unser 5-Gänge-Menü in Ruhe genießen und uns über die kulinarischen Zaubereien aus der Küche freuen.
Ein P(u)radies für alle
Das PURADIES ist wirklich ein genialer Ort für einen Familienurlaub. Dank des Bikeparks und endlosen Wander- und Radlmöglichkeiten kommen Eltern, genauso wie die Kinder auf ihre Kosten. Die Kinderbetreuung ist täglich von 10-18:00 verfügbar, sodass Mama und Papa auch mal alleine die Berg- (oder Saunawelt) erkunden können.
Hier findet sich die perfekte Mischung aus familienfreundlich und cool – reine Kinderhotels sind ja eher nichts für uns. Der Bio-Bauernhof ist natürlich ein riesiger Pluspunkt für die Kids, genauso wie der naturbelassene Badeteich. Ich habe die Zeit allein im Badhaus sehr genossen. Zirbensauna, Stollensauna, Kräutersauna – dazu Relax-Ecken in den hölzernen Gauben, einen Tee in der linken Hand, ein Buch in der rechten Hand. Im Winter muss es hier unglaublich romantisch sein!
Louise hat auch schon beschlossen, dass sie bald wiederkommt.
„Aber ohne Euch. Nur mit Oma&Opa. Und mit Ski!„
Na, da sind Oma&Opa sicher nicht abgeneigt.
Aug. 19, 2022 | Berggeschichten, Top 5, Urlaubsziele
O(H)berbayern! Wie schön ist’s nur bei Dir! Südlich von München, eingebettet zwischen Starnberger See und Tegernsee liegt es: das Tölzer Land. Im Norden reicht das Tölzer Land bis fast bis an die Münchner Stadtgrenze, im Süden liegt schon Tirol und der Achensee. … und dazwischen gibt es eine Menge zu entdecken! Natürlich, Bad Tölz kennt jeder. Aber neben der Tatsache, dass Bad Tölz Namensgeber und berühmtester Ort der Region ist, hat das Tölzer Land noch viele weitere wunderschöne Ecken. Von sanft geschwungene Hügeln bis zu steileren Voralpen-Gipfeln, von kleinen Badeseen bis imposanten Bergseen, von Freilichtmuseen, über Erlebnisberge bis Naturschwimmbäder und Klostergärten. Hier ist wirklich alles geboten, was es für einen unvergesslichen Urlaub mit (und auch ohne) Kindern braucht. Bayrisches Flair mit Biergärten, üppig geschmückten Blumen-Balkonen und Trachtenfeste inklusive. Wir waren diesen Sommer zu Gast in Benediktbeuern und haben sechs Tipps für Euren Familien – Urlaub in den bayrischen Voralpen im Gepäck!
1. Kloster Benediktbeuern
Mehr als ein Kloster! Direkt am Fuße der Benediktenwand liegt das Kloster Benediktbeuern. Über ein weites Areal erstrecken sich hier romantische Klostergärten, üppige Innenhöfe und die reich geschmückte Basilika St. Benedikt. Das hier ansässige Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) bietet zudem ein großes Programm an Kinder- und Erwachsenenbildung. Dazu gehören Konzerte, Austellungen und auch verschiedene Lehrpfade rund um das Kloster. Der Moorlehrpfad ist absolut super mit Kindern, Louise hat auch den Barfusspfad und den Klangpfad gerne erforscht. Ein Besuch im Klosterbräustüberl (inklusive Spielplatz!) ist absolut lohnenswert! Ihr merkt, hier lässt sich locker ein ganzer Tag füllen. TIPP: Otti’s Eiscafé in der Nähe des Klosters ist wirklich einen Besuch wert! In ihrem privaten Garten hat Gastgeberin Otti hier kleine Inseln im Grünen geschaffen, in denen man bei Kuchen&Kaffee den üppig blühenden Garten bestaunen kann. Für die Kids gibt’s Hasen und Meerschweinchen zum Streicheln und einen kleinen Teich zum Fische Schauen.
2. Stand-Up Paddling am Kochelsee
Den Kochelsee kannte ich vor meiner Zeit mit Louise nur als Sportkletter-Mekka. Hier gibt es über 100 super Sportkletterrouten, die mit Kind aber allesamt zu schwer sind. Deswegen haben wir uns einen gemütlichen See-Tag mit SUPen und Schwimmen gemacht. SUP-Verleihstationen am See, eine Stunde kostet 12€. Von der Kristalltherme aus fährt auch ein Motorschiff über den See. Man kann entweder eine Rundtour machen, oder gegenüber in Schlehdorf aussteigen und über den Felsenweg zurückwandern. Für größere Kinder ist auch das Erlebnis-Kraftwerk Walchensee ein lohnenswerter Ausflug – ebenfalls per Boot erreichbar!
Der Erlebnisberg. Per Sessellift geht’s hinauf auf den knapp 1300m hohen Blomberg. Von dort aus kann man bei verschiedenen Rundwanderungen gleich mehrere Gipfel sammeln. Wir sind beispielsweise über den Kunstwanderweg auf den Zwiesel und den Heiglkopf gewandert. Alles ohne viele Höhenmeter und gut geeignet für Kinder. In der Nähe des Blomberghauses gibt es zudem noch einen Kletterwald (ab 4 Jahren). Wer gerne mit Apps arbeitet, kann noch eine App-Basierte Rundwanderung unternehmen und den Waldkrimi rund ums Blomberghaus aufdecken. 9 Stationen über ca. 2 Stunden erwarten Euch hier. Hinab geht’s auf einem breiten Forstweg bis zur Mittelstation entlang einiger Waldspiel-Stationen, ab dort bringt uns die Sommerrodelbahn wieder ins Tal. TIPP: Wer lieber ohne Bergbahn unterwegs ist, kann von Wackersberg über die Waldherrn-Alm eine schöne Rundwanderung auf den Blomberg unternehmen. Den Link zur Tour findet ihr HIER.
4. Königs-Card Gastgeber aussuchen
Einige Beherbungsbetriebe bieten Dir gratis die Königs-Card zu Deinem Aufenthalt an. Diese bietet Dir eine gratis Benutzung der Öffis, gratis Eintritt in das wirklich genial schöne Alpenwarmbad Benediktbeuern, gratis Benutzung der Blombergbahn und Herzogstandbahn (super schön, direkt am Walchensee!), gratis Eintritt in das Freilichtmuseum Glentleiten und vieles mehr. Besonders mit Kind lohnt es sich total. Wir sind einfach jeden Tag nur für 1,2 Stunden ins Schwimmbad gegangen, sind schnell mit der Bergbahn auf den Berg gefahren, oder uns das (wirklich tolle) Freilichtmuseum angesehen.
5. Gipfelglück mit Seeblick
Zwischen Kochel- und Walchensee laden wunderschöne, nicht allzu hohe Gipfel zum Bergsteigen und Wandern ein. Seeblick ist dabei immer garantiert! Wir sind am frühen Abend noch auf den Sonnenspitz ab Kochel gewandert und konnten einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Der berühmteste Berg, der Herzogstand bietet eine wirklich imposante Grat-Wanderung hinüber zum Heimgarten direkt oberhalb vom Walchsee und für größere Wanderkinder ist eine Übernachtung auf der Tutzinger Hütte unterhalb der Benediktenwand ein tolles Erlebnis! TIPP: Der Herzogstand ist im Sommer heillos überlaufen. Fahrt dann lieber direkt mit der ersten Bahn hinauf (gratis mit der Königs-Card!) und seht zu, dass ihr als eine der ersten am Gipfel seid.
6. Bad Tölz
Das Tölzer Land ist zwar mehr als die berühmte Stadt Bad Tölz – aber die ist absolut einen Besuch wert. Süße Kaffees, eine idyllische Altstadt und die Isar vor der Türe laden zum Baden, Schlendern und Genießen ein. Wir haben es so gefeiert, endlich mal wieder richtig gut Thai essen zu gehen (TIPP: Rim Tung Thai Restaurant!!) und einen guten Kaffee direkt an der Isar zu trinken. Danach ging es noch ins Marionettentheater. In bayrischem Dialekt werden hier berühmte Märchen in einem wunderhübschen kleinen Theatersaal vorgetragen. Wir hätten niemals gedacht, dass Louise schon alt genug dafür ist, aber sie war VÖLLIG begeistert von dem „netten Theater“, wie sie es nannte. TIPP: Von Bad Tölz aus führt eine kleine kindgerechte Wanderung zum Café Moraltalm – direkt vorbei am Spielplatz Taubenloch. Wandermotivation deluxe!
Aug. 11, 2022 | Berggeschichten
Einfach mal nur für mich sein.
Einen Rucksack packen, in dem sich nichts befindet, ausser mein minimalistisches Gepäck. Kein Spielzeug, keine Kinderflasche, keine Wechselkleidung.
Loslaufen, ohne eine Kraxe schultern zu müssen, ohne Rücksicht auf kurze Kinderbeine zu nehmen.
Ohne Kompromisse, ohne … Familie.
Lars war viel unterwegs in den letzten Monaten, ich war viel mit Louise alleine. Es funktioniert super mit uns beiden – es fühlt sich mittlerweile fast an wie eine kleine Mädels-WG, wenn Papa weg ist. Wenn er wieder da ist, ist es dementsprechend aber auch eine ziemlich Umstellung für uns drei, die nicht selten im Streit (bei uns) oder in Wut (bei Louise) endet.
„Fahr Du doch auch mal wieder weg!“ schlug Lars mir deswegen vor.
Er wollte auch mal exklusive Papa-Zeit mit Louise genießen. Ohne Mama, die immer alles besser weiß. Völlig verständlich und wichtig für die beiden.
Als sich dann die Möglichkeit bot, mit dem „Mindful Mountain“ – Programm drei Tage ohne Familie in den Pitztaler Bergen unterwegs zu sein, war ich sofort dabei.
Das „Mindful Mountain“ – Programm
„Neuartige Wege aus der Stressfalle“ lautete der Untertitel des Programms.
Grenzen überwinden, Achtsamkeit schulen, Resilienz üben. Zugegebenermaßen alles Themen, die ich aus Studium und Beruf schon ausgiebig kannte, aber diese Themen am Berg zu behandeln, erschien mir durchaus spannend.
Und dass das Leben als Mutter stressig ist, das weiß wohl jede von uns.
Eine Psychologin und ein Bergwanderführer sollten uns deswegen in den nächsten Tagen auf unseren Touren begleiten.
Denn Bergsteigen und Stressbewältigung, das ist ja an sich schon eine perfekte Kombination. Das ganze noch unter Anleitung, mit fixen Übungen und neuartigen Ideen – unschlagbar.
Per Bahn und Bus ins tiefste Tirol
Zunächst musste ich erstmal nachsehen, wo sich das Pitztal überhaupt befindet. Ein schmales Tal schien es zu sein, eingerahmt von hohen Gipfeln und eisigen Gletschern. Dass es dennoch so gut per Öffis zu erreichen war, erstaunte mich umso mehr.
In weniger als zwei Stunden Bahnfahrt saß ich schon im Bus, der mich höher und höher, tiefer und tiefer ins Tal hinein brachte. Immer steiler fielen die Bergflanken um mich herum ab. Das rauschen des Gebirgsbaches hörte ich sogar im Inneren des Busses. Entschleunigung pur, schon bei der Anreise.
Ein wenig aufgeregt war ich schon, als ich endlich das Hotel Gundolf kurz vor dem Talende erreichte.
Wie wird es wohl sein, mit fremden Mädels am Berg?
Meine Sorgen waren sofort zerstreut. Mit einem Kaffee saßen wir vier Teilnehmerinnen direkt den restlichen Nachmittag auf der Sonnenterrasse, ratschten, als ob wir uns schon ewig kennen würden.
Schon bald stießen auch Anna Maaß, die Psychologin und Philipp Eiter, ihr Cousin und unser Bergwanderführer dazu. Dass im Tal praktisch jeder mit jedem Verwandt ist, durften wir in den nächsten Tagen noch öfter erfahren.
Ich löcherte Philip direkt über seine Arbeit als Bergwanderführer, interviewte ihn über die Gipfel um uns herum und wollte alles wissen über das Leben hier im Tal. Das „Tal“, das immerhin auf 1700 Metern Höhe lag. Ein Hochtal, wenn man so will.
Achtsamkeit schulen: Im Wald
Nachdem wir uns alle besser kennengelernt haben, stand nach dem Abendessen schon unsere erste Einheit auf dem Programm: Achtsamkeit.
Wir spazierten im Sonnenuntergang in ein kleines Waldstück. Dort sollten wir fühlen, spüren, hören. Die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen. Augen zu, Gefühle an. Kaum verwunderlich, dass schon hier bei den ersten Teilnehmerinnen die Tränen flossen. Das Konzentrieren auf sich selbst passiert leider viel zu selten. Und wenn, dann mit voller Macht. Aber dafür sind wir da. So soll es sein. Hier gibt es kein Werten, kein Beurteilen. Jeder darf sein. So wie er ist.
Grenzen überwinden: Brandkogel & Rifflsee
Am nächsten Morgen starteten wir in der Früh gemeinsam zu unserer Tour auf den Brandkogel. Phlipp und Anna erwarteten uns schon freudestrahlend und für mich war es eine Ehre, mit Einheimischen „ihre“ Berge zu erkunden. Der Rifflsee lag noch im Morgenlicht, wunderschön und still. Philip erklärte uns einiges zu der einzigartigen Gletscherlandschaft und wir kamen aus dem Staunen kaum heraus.
Nicht die Wanderung sollte heute die Herausforderung sein, sondern das, was uns am Gipfel des Brandkogel erwartete. Wie es so ist mit vier Mädels am Berg ging es rege schnatternd hinauf auf den Gipfel. Dort waren wir so überwältigt von der genialen Aussicht, dass wir unsere Tagesaufgabe im wahrsten Sinne des Wortes übersprungen haben.
Mut fassen: der Sprung über die Felsspalte
Kurz vor dem Gipfelkreuz zieht sich ein tiefer Spalt durch den Felsen.
Den sollten wir bewusst überschreiten. Unsere Emotionen, sie sich dabei bei uns freisetzen, nachfühlen. Einatmen, Ausatmen, Grenzen überwinden. Mut beweisen. Denkmuster durchbrechen.
Gut, wir sind einfach drüber gehüpft, machten Fotos, genossen die Aussicht, bis Philip uns darauf hinwies, dass wir gerade auf unserer persönlichen Achtsamkeitsübung stehen.
Auch in Ordnung. Die persönlichen Grenzen sind eben bei jede(r) unterschiedlich.
Ein Felsspalt macht mir wenig, dafür habe ich panische Angst vor tiefem Wasser. Andere Lebenswelt, anderes Denkmuster. Spannend, sich das bewusst zu machen.
Meine persönliche Grenze ergab sich dann auf jeden Fall danach beim gemeinsamen Kaiserschmarrn-Essen auf der Sunna-Alm. Ich war so satt, dass ich am liebsten ein kleines Mittagsschläfchen eingelegt hätte.
Nichts da, unsere nächste Einheit mit Psychologin Anna wartete auf uns.
Selbstwirksamkeit: Am Rifflsee.
Idyllischer als jeder Seminarraum der Welt.
Am anderen Ende des Rifflsees suchte sich jede von uns seinen persönlichen Sitzstein für unsere nächste Einheit: Selbstwirksamkeit.
Das Vertrauen in mich, schwierige Situationen erfolgreich meistern zu können und Herausforderungen gewachsen zu sein.
Wie erlange ich dieses Vertrauen? Wie erlebe ich stressige, schwierige Situationen?
Kann ich Hilfe zulassen, oder will ich alles allein bewältigen?
Ein Fragebogen sollte uns bei der Selbsteinschätzung helfen – im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die Frage, wie jeder einzelne von uns Probleme angeht und löst.
Wir sind sehr offen miteinander, obwohl wir uns seit weniger als 24 Stunden kennen. Wir vertrauen uns, jeder darf sein. Eine wunderschöne Erfahrung.
Frühstück auf 3440 Metern
Das höchste für mich? Frühstück! Wenn das dann auch noch auf 3440 Metern über dem Meer stattfindet: doppelt hoch!
Schon lange vor Sonnenaufgang nahmen wir heute die erste Bergbahn hinauf in Richtung Pitztaler Gletscher. Im höchstgelegenen Café Österreich namens „Das 3440“, das zufällig Annas Papa gehört, durften wir heute den Tag beginnen. Da ist sie wieder, die feste Familienbande des Pitztals.
Bergführer Michael und Steffi vom Tourismusverband Pitztal sollten uns heute ebenfalls auf den Gletscher begleiten, die wir bei frischem Kaffee kennenlernen durften.
Gletscher? Bergführer? Richtig gelesen.
Heute erwartete uns das Highlight unseres „Mindful Mountain“ – Programmes: Eine Gletscher-Überschreitung inklusive dem Abseilen in eine Gletscherspalte.
Dass wir heute leider statt imposantem Bergpanorama nur dichten Neben sehen durften, tat unserer Vorfreude keinen Abbruch.
Wir zogen unsere Klettergurte und unsere Daunenjacken an und machten uns über einen felsigen Grat auf in Richtung Gletscher. Bergführer Michael achtete darauf, dass wir alle gut Schritt halten konnten und sich niemand überfordert fühlte.
Am Gletscher angekommen zogen wir uns Grödel an die Füße und stapften über das ewige Eis. Über uns die berühmte Wildspitze, unter uns das Taschachhaus, unser heutiges Ziel.
Ab ins Eis!
„Na, die ist doch schön!“ konstatierte Bergführer Michael bald und zeigte auf eine imposante Gletscherspalte direkt vor unseren Füßen. Im Handumdrehen schraubte er die Eisschrauben in das Eis, legte Karabiner und knotete das Zeil daran fest.
„Wer will zuerst runter?“ grinste er uns an. Meine Hand schnellte natürlich sofort in die Höhe. Ab ins ewige Eis! Für mich zugegebenermaßen dank verschiedener Eis- und Felskurse keine ganz neue Übung, weswegen sich mein Puls auch noch im Normbereich bewegte. Karabiner einhaken, langsam zurückgehen, Beine durchstrecken, und langsam hinunterlaufen. Unten erwartete mich schon Philipp, der es sich auf einer kleinen Gletscherbrücke bequem gemacht hat und uns zur im ewigen Eis zur Seite stand.
Stolz und gelöst erschien mir die Gruppe danach. Grenzen kennengelernt, Grenzen überwunden. Stärke, Mut und neues Selbstvertrauen gewonnen. Dass der Spaß bei unserer Gruppe niemals zu kurz kam, bewiesen spätestens die kleinen Tänzchen von Steffi und mir, die wir hin und wieder einlegten.
Am Taschachhaus angekommen erwartete uns ein Mittagessen mit einem ganz besonderen Ausblick: dem Blick zurück. Über den Gletscher, die Felszacken, bis hinauf zur Wildspitze. Wirklich einmalig schön.
Und dass wir den Weg zurück durchs Tal dann noch per Leih-Mountainbikes bezwingen durften, setzte unserem Tag die Krone auf. Statt 17 Kilometern wandern, sausten wir laut scherzend zurück ins Tal. Stolz und glücklich über unsere neuen Erfahrungen am Berg.
Demut
Für mich endete hier das Abenteuer „Mindful Mountain“.
Ich musste heim, die Kinderwunschklinik rief. Meine ganz persönliche Resilienz-Aufgabe momentan.
Rückschläge einstecken und wieder aufstehen. Immer wieder aufstehen.
Der Berg lehrt uns, demütig zu sein. Sich richtig einzuschätzen. Vertrauen zu lernen und auch Vertrauen zu schenken. In uns, in unsere Gruppe, in die, die uns Helfen können.
Der Berg schenkt uns Kraft. Kraft für Neues, Kraft für Unbekanntes.
Das war es wohl, was mich dieses Wochenende gelehrt hat.
Danke, an meine neue Bergfamilie.
Danke, Pitztal. Für deine ursprüngliche, reine Kraft, die mich ganz bei mir sein ließ.
Und Danke an Papa und Louise, die mich zuhause mit Apfelkuchen empfangen haben. Und insgesamt ein bisschen traurig waren, dass ihre Papa-Tochter Zeit schon wieder vorbei war.
WERBUNG: Das Mindful Mountain Programm ist direkt bei Philipp über seine Website www.piztours.at buchbar. Anna und Philipp bieten ein 3-, sowie ein 6-tägiges Programm an, teilweise auch nur für Frauen. Die Gruppengröße liegt bei 4-6 Teilnehmern. Normale Kondition ist ausreichend!
Aug. 1, 2022 | Mamasein
Ganz anders als heute wurde ich 2018 völlig ungeplant mit Louise schwanger. Ich stand gerade kurz unterhalb des Gipfels des Tschischgeles im Sellrain, Tourenski unter den Füßen, die Wangen gerötet von der Kälte, als ich fast aufgeben musste. Wie so oft war ich nur mit Männern unterwegs, wollte mir keine Schwäche anmerken zu lassen. Als Mädel muss man am Berg ja zu 150% mithalten können, um Teil der Seilschaft zu werden. Mir war schwindelig, übel – der Gipfel schien plötzlich meilenweit entfernt. Dass ich schwanger sein sollte, damit habe ich zu diesem Zeitpunkt kaum gerechnet. Meine Periode hatte ich nach Absetzen der Pille schon seit über 2 Jahren nicht mehr, ich schob es auf die jahrelange Hormongabe und das Jetlag durch meine Schichtarbeit als Flugbegleiterin. Tage später heulte ich nurmehr. Fühlte mich schwach, müde, allein.
Ungeplant schwanger mit Louise
Als ich dank einer Freundin Wochen später doch einen Schwangerschaftstest machte und dieser positiv ausfiel, war mein erster Gedanke: „Sch…! Der Ortler!“ Wir hatten eine Hochtour auf den Ortler geplant, wollten Skitour gehen in Japan. Völlig nichtig im Nachhinein, damals brach eine kleine Welt zusammen. Obwohl ich als Flugbegleiterin bei einer Schwangerschaft sofort ins Beschäftigungsverbot gehen darf, flog ich erstmal weiter – ich konnte meine neue Realität noch nicht annehmen. Wir wollten Kinder, klar. Aber doch nicht jetzt! Und nicht so schnell. Wie bei jedem, eigentlich. Schon bald schlug der Schock in Freude um. Dennoch war ich fast die einzige im Freundeskreis, die schwanger war, oder ein Kind hatte und so kam es mir auch nicht in den Sinn, in der Schwangerschaft mal einen Gang zurückzuschalten.
Ich nutzte das Beschäftigungsverbot, um endlich mal alle Bergtouren zu machen, die ich noch auf der To-Do-List hatte. 2000hm auf den Dachstein ohne Seilbahn im 6. Monat, Trailrun über den Herzogstand im 7. Monat, endlich eine Sportkletterroute im 8. Grad durchsteigen, Wilder-Kaiser-Durchschreitung im 8. Monat. Mir ging es gut, ich war ja nicht krank, nur schwanger, dachte ich. So wenig krank, dass ich nach dem Blasensprung (nach einer 1000hm Bergtour) mich per Fahrrad in die Klinik einlieferte.
Louise war gesund, klar. Ich hatte auch nichts anderes erwartet – kannte garnichts anderes. Vielleicht zum Glück.
Der Schock
Als wir uns zweieinhalb Jahre später für ein zweites Kind entschieden, klappte es sofort im ersten Anlauf. Ich ging – natürlich- wieder vom besten aus. In der 10. Woche stand der erste Ultraschall an. Ich hatte schon Blutungen, sorgte mich, dass etwas nicht stimmte.
„Es tut mir leid, ich sehe keinen Herzschlag“
Der Satz schlug ein wie eine Bombe. Ich war völlig überfordert, zitterte, rief meinen Mann an, der Louise aus der Kita abholte und mit mir ins Krankenhaus fuhr, zur Ausschabung. Dass es andere Optionen gab, als direkt in die Klinik zu fahren, sagte mir mein Gynäkologe nicht. Es sei normal, das sei die Natur, vielleicht war es besser so. Ich spielte die Starke, redete mir ein, dass das kein großes Ding sei. Lars weinte, ich nicht. Bis mich die Realität 3 Wochen nach der Ausschabung einholte. Tränen, Trauer, unendliche Enttäuschung. Um den „Fehler“ auszumerzen, begannen wir sofort wieder mit der Planung für das nächste Kind. Ich würde ja bestimmt gleich wieder schwanger und die Trauer würde durch die Freude auf das neue Leben ausgemerzt. Monate vergingen. Nichts passierte.
Besuche beim Gynäkologen (unter Tränen) wurden mit einem „Na, sie wissen ja, wie’s geht. Ha, ha“ kommentiert. Ich fing an zu lesen, zu hoffen, zu planen. Dass meine Zyklen 70 Tage oder länger dauerten, machten es noch schlimmer. Vielleicht ist ja genau heute „der“ Tag, den man nicht verpassen darf. Es fing an, dass wir Sex nach Plan hatten. Nicht romantisch. Einfach ungut.
Der Weg in die Kinderwunschklinik
Bis eine Freundin mich dazu drängte, eine Kinderwunschklinik aufzusuchen. Mittlerweile waren alle Freundinnen um mich herum (wieder) schwanger, nur bei mir tat sich nichts. Ich konnte die Ratschläge über Tee, Homöopathie, weniger Sport, mehr Sport, kein Zucker, dies und das Mittelchen nicht mehr hören. Ich war doch gesund, lebte gesund, tat alles, was in meiner Macht stand.
Der Weg in die Kinderwunschklinik war die absolut richtige Entscheidung. Nach einer Sekunde Ultraschall stand fest: PCO. Polyzystisches Ovarsyndrom. Dies bedeutete in meinem Fall: kein Eisprung – kein Kind. Etwa eine Million Frauen in Deutschland ist betroffen, kaum jemand spricht darüber. Warum das kein anderer Gynäkologe bisher gesehen hat, obwohl sich die Zysten wie eine Perlenkette entlang des Eierstocks aufreihten und sogar für einen Laien wunderbar sichtbar waren, bleibt mir bis heute ein Rätsel. Ich heulte anfangs, wollte nicht so stark in die Natur eingreifen. Sah aber bald ein, dass ich einfach die Vorteile der modernen Medizin nutzte, die jeder andere Patient bei seinen Leiden auch nutzt.
PC… was?
PCO ist zum Glück gut behandelbar. Ich bekam Letrozol verordnet, ein Mittel, das die Eireifung unterstützt, spritzte mir Hormone in den Bauch, eine Excel-Tabelle verriet uns, wann wir Sex haben durften. Wunderbar romantisch, kann ich nur empfehlen! Die Medikamente schlugen gut an, jeden Monat reifte pünktlich ein Ei heran. Die Monate unterteilten sich in Phasen des Hoffens, des Wartens und der riesengroßen Enttäuschung, wenn man wieder einen negativen Schwangerschaftstest in den Händen hielt. Dazu kam zu Beginn unendliche Übelkeit, da mein Körper völlig überfordert war mit der Menge an Chemie, die plötzlich meinen Körper flutete.
Im vierten Monat der Kinderwunschbehandlung setzte ein Abgang in der 5. SSW dem Kinderwunschtraum noch das Sahnehäubchen auf. Der Grund? Höchstwahrscheinlich die fehlende Gebärmutterschleimhaut, die sich dank zwei Ausschabungen nicht mehr richtig aufbaut. Das Problem ist, dass man den Aufbau der Schleimhaut kaum unterstützen kann, es gibt einfach kein Medikament, dass da Wirkung zeigt.
Hausmittel und natürliche Medizin
Ein befreundeter Physiotherapeut behandelt mich einmal im Monat osteopathisch im Bereich der Gebärmutter und erzielt damit tatsächlich eine Wirkung: immerhin ein paar Millimeter wachsen meistens heran. Dazu kommen viele lustige Hausmittelchen, die man sich in stundenlanger Kleinarbeit aus hoffnungslos überfüllten Kinderwunschforen zusammensammelt: Granatapfelsaft, Himbeerblättertee, Vitamin E, L-Argininin. Ob’s hilft, weiß wohl niemand, aber man klammert sich naturgemäß an jeden Strohhalm.
Je mehr Leute man fragt, desto mehr Tipps bekommt man. Der wohl häufigste Tipp: „Mach dir keinen Stress“. Ich lächle nur noch müde darüber. Alle, die meine Situation nachvollziehen können, wissen, warum.
Ich weiß zudem, dass mein Körperfettanteil wahrscheinlich eher an der unteren Grenze kratzt. Bei zu geringem Körperfettanteil können Frauen erwiesenermaßen schwieriger schwanger werden. Ich versuche schon, weniger Sport zu treiben. Es gelingt mir aber nur in Maßen. Die Unterdrückung meines natürlicherweise hohen Bewegungsdrangs führt zu einem psychischen Ungleichgewicht, das auch nicht gesund sein kann. An zu wenig Essen liegt es bei mir auch sicher nicht – das ist wirklich mein kleinstes Problem! Wir ernähren uns ausgewogen, vegetarisch, ballaststoffreich, und mit genügend Kasspatzn und Schokolade zwischendurch. Völlig normal und maximal undogmatisch.
Kinderwunsch ist kein Tabuthema!
Ich weiß durch Eure vielen Nachrichten der letzten Wochen und Monaten, dass es enorm vielen genauso geht wie mir. Deswegen wollte ich Euch an dieser Stelle meinen individuellen Weg nachzeichnen. Zu Erfolg hat er bisher noch nicht geführt, aber vielleicht hilft es der ein oder anderen zu wissen, dass sie nicht allein ist. Unerfüllter Kinderwunsch ist kein Tabuthema. Redet darüber, seid offen – ich bin mir sicher, dass ihr auf offene Ohren und Arme stoßt. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen, sich zu hassen. Holt Euch Hilfe, sei es psychischer und/oder physischer Natur. Ihr seid nicht allein. Versprochen! Wenn da noch ein Wesen ist, das zu Euch will, dann helft ihm, zu Euch zu kommen. Das hat auch nichts mit der Liebe zu dem anderen Kind/den anderen Kindern zu tun. Es ist davon völlig unabhängig. Und ja, ich bin dankbar, dass es Louise gibt. Und ich bin noch dankbarer, wenn Louise ein Geschwisterchen bekommt und sich die Liebe noch verdoppeln kann.