Skigaudi dahoam. Ideen für ein Winter-Wochenende in Oberaudorf.

Daheim bleiben ist ja momentan absolut im Trend.
Die Natur vor der eigenen Haustüre entdecken, das Auto lieber stehen lassen und den Ausflugstrubel meiden. Klar, coole Sache.
In unserem Fall ist „daheim bleiben“ sogar absoluter Luxus, wenn man inmitten eines Berg- und Skiparadieses wohnt. Jetzt im Hochwinter, wenn Frau Holle uns endlich reichlich mit Neuschnee bedacht hat, können wir direkt vor der Haustüre in die Loipe zum Langlaufen einsteigen, gehen rodeln, winterwandern, berglaufen, skifahren und Louise zieht im Kinderland ihre ersten Schwünge auf Ski.

 

Kein Wunder, dass wir akuten Freizeitstress haben!

Zum Glück ist dieses kleine Winterparadies auf deutschem Boden (Quarantäne und so) nur eine Stunde von München mit dem Zug erreichbar und so auch für viele von Euch da draußen sicher eine Reise wert!
Ein Auto braucht’s hier für die meisten Aktivitäten wirklich nicht und eine klimaneutrale Anreise per Bahn sorgt dafür, dass auch unsere Kinder noch Schnee im Winter vorfinden können.
Gönnt Euch ein Bayern-Ticket und raus mit Euch!

Wintergaudi hoch 5

Wir haben für Euch mal versucht, innerhalb eines Wochenende alle Wintersportarten, die man in Oberaudorf ausüben kann, durchzuprobieren. Wir haben’s nicht ganz geschafft, es gibt einfach zu viel zu erleben

Skifahren

Der Erlebnisberg Oberaudorf-Hocheck mitten in Oberaudorf ist im Winter ein kleines, feines Skigebiet.
Ein Sessellift und ein paar Schlepplifte sind perfekt für Kinder und Anfänger, um die ersten Schwünge im Schnee zu üben.
Dort gibt es zudem das von Louise heiß geliebte Kinderland mit Zauberteppichen, Kinderlift und Kinder-Parcours. Bei Bedarf können auch Skikurse für die ganz Kleinen gebucht werden, die dann auch im Kinderland stattfinden.

Heute fahren wir erstmal mit dem Sessellift zur Bergstation, um dort auf dem „Idealhang“ mit Louise das Kurven Fahren zu üben. Warum der „Idealhang“ heißt? Wahrscheinlich, weil der einfach ideal zum Üben ist. Leicht geneigt, breit, sonnig und mit einem kleinen Schlepplift ausgestattet. Perfekt.

Nach ein paar Runden sind die kleinen Beine müde. Pause ist angesagt. Direkt neben der Piste gibt es einen schönen Spielplatz, den Louise nun mit Skischuhen entert. Rutschen, Schaukeln, Schneemann Bauen und eine kleine Brotzeit machen, während die Ziegen im Freigehege nebenan neugierig zu uns herüber schauen.

Nebenan duftet schon das Mittagessen vom Berggasthof Hocheck, aber wir wollen noch ein bisserl weiterfahren, bevor wir später auf der Sonnenterrasse auf Kaffee und Kuchen einkehren, während Louise mit ihren Freunden am Spielplatz weiter Schneemänner baut.

Papa ist schnell den Berg runtergesaust und fährt ein paar Runden Ski mit Freunden, während wir zufällig andere Freunde am Spielplatz treffen. Dorf eben. Jeder kennt jeden. Ich liebe es!

Am Abend bin ich dann noch zum Flutlicht-Skifahren verabredet. Mehrmals die Woche ist die Piste nämlich voll beleuchtet und man kann bis 21:00 seine Schwünge ziehen. Après-Ski an der Talstation inklusive.
Hey, und wer kann schon behaupten, von der Après-Ski-Bar ins eigene Bett fallen zu können?

Rodeln

Der Erlebnisberg wäre kein Erlebnisberg, wenn da nicht noch mehr zu erleben wäre, als Skifahren. Im Sommer gibt’s hier eine Sommerrodelbahn, Zip-Line, Free-Fall-Rutsche und allerhand Abenteuer.
Im Winter gibt’s dafür eine drei Kilometer lange Rodelbahn vom Gipfel weg.
Und die hat’s in sich. Mit dem Lift oder zu Fuß geht es in ca. einer Stunde bis zum Ausgangspunkt.
350 Höhenmeter gilt es bei dieser kleinen Wanderung zu überwinden – perfekt auch zum Kraxe-Tragen oder selber Laufen.

Bergab geht’s rasant und mit einigen steilen Kurven. Louise liebt die Bahn und jauchzt unten: „nochmaaal!“ Gestern sind wir nämlich hochgewandert und sind nur einmal runtergefahren. Jetzt, mit Liftpass, können wir direkt nochmal rodeln. Welch ein Luxus!
Am Abend ist sogar täglich das Rodeln bei Flutlicht möglich! Probiert es aus!
Nachtrodeln ist wirklich ein besonderes Erlebnis!

Winterwandern

Die wohl kürzeste Winterwanderung Oberbayerns führt von der Bergstation des Hocheck-Liftes zum Gipfelkreuz des Hochecks. Das braucht etwa 5 Minuten und lohnt sich allemal.
Der Name „Gletscherblick“ kommt nämlich nicht von ungefähr. Von dort oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf die umliegende Bergwelt von den Chiemgauer Alpen bis zum Wilden Kaiser. Im Sommer grasen hier oben Kühe und Ziegen, jetzt im Winter ist’s einfach nur wunderschön, still und romantisch.

Wer etwas weiter hinaus will, der kann von dort weiter wandern bis zum höher gelegenen Schwarzenberg (ca. 1,5 Stunden, 350hm), oder hinüber in die Mühlau spazieren und bei einem Kaffee im Café Dörfl den Langläufern auf der angrenzenden Loipe zusehen (ca. 1 Stunde).

Sehr zu empfehlen ist auch die etwas längere Wanderung von Dörfl zum Brünnsteinhaus (ca. 750 hm, 2,5 Stunden).
Tipp: Die Rodelpartie hinab ist eine riesen Gaudi! Packt deswegen Eure Rodel ein, oder leiht Euch welche oben am Brünnsteinhaus!
Allerdings ist sie nur für erfahrene Rodler und nicht mit Kleinkind zu empfehlen!

Weitere lohnende Wanderziele im Winter sind der Nußlberg (Rundtour über’s Hocheck möglich), der Wildbarren (siehe Kategorie 5: Trailrun), und der kleine Schloßberg mit seinen Lamas mitten im Ort, wo nebenan beim Sportplatz auch gerodelt werden kann. Ein großer Spielplatz befindet sich ebenfalls direkt neben dem Sportplatz und dem Rodelhang.

Langlaufen

Mein Lebensziel war es immer, vom Haus weg langlaufen oder Skitour gehen zu können.
Hab’ ich geschafft – zumindest letzten Winter. Vor der Haustüre die Langlaufski angezogen und über 20 Kilometer quer durch die Loipen von Ober- und Niederaudorf geskatet.
Besonders auf der Dorfloipe im Zentrum von Oberaudorf hat man einen wunderschönen Blick auf den Zahmen und den Wilden Kaiser, aber auch die Loipen in Niederaudorf sind wirklich idyllisch und oft sehr wenig befahren.
Zum Glück!
Louise stand auch schon als Neugeborenes im Kinderwagen daneben, als ich meine Runden gezogen hab. Mittlerweile ziehe ich sie am Schlitten hinterher.
Und wenn es dann noch von Freunden einen Kaffee über den Gartenzaun direkt an der Loipe gibt, ist der Schneetag perfekt. Dorfleben pur.

Trailrun

Wart ihr schon im Schnee joggen? Laufschuhe an und los! Es ist wirklich traumhaft!
Der Oberaudorfer Rundweg, meine liebste 10-Kilometer-Runde ist im Winter das ganze Jahr über einen Lauf wert.
Wir starten am zugefrorenen Auerbach, laufen am Bachlauf entlang hinauf in Richtung Brünnstein, durchqueren kleine Waldstücke und Waldwege, bis wir an der Talstation der Bergbahn Hocheck angelangt sind. Von dort aus geht’s quer durch den Ort bis zum weiß angezuckerten Schlossberg. Wir sagen dort den Lamas hallo und biegen ab in Richtung Inndamm, wo wir neben dem halb gefrorenen tiefgrünen Fluss entlanglaufen, bis wir zurück am Auerbach, unserem Ausgangspunkt, angelangt sind.

Wer höher hinaus will, dem ist der Wildbarren sehr zu empfehlen.
Vom Tal aus sind’s via Niederaudorf gute 1000 Höhenmeter. Abzukürzen ist die Route, indem man per Fahrrad oder Auto bis nach Regau fährt und von dort aus noch knapp 600 Höhenmeter zurücklegt. Der Wildbarren ist einfach ein ehrlicher Berg. Rau, wild, ursprünglich. Deswegen lieben wir ihn. Schmale Trails, tiefe Wälder, gewaltige Aussichten auf’s Kaisermassiv und dank mangelnder Einkehrmöglichkeiten meist recht einsam.

 

Ihr merkt schon, es gibt viel zu erleben bei uns „dahoam“!
Kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch!

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