5 Tipps fürs Wandern mit Baby.

Bergfex bleibt einfach immer Bergfex. All die, die vor Kinderglück und Schwangerschaft schon gerne in den Bergen unterwegs war, wird auch mit Kind bald wieder Lust auf Bergluft spüren. Und vielleicht entdecken andere ja erst durch das Kind ihre Liebe zu den Bergen.

Wer mit Baby oder Kleinkind in die Berge will, sollte allerdings einige Dinge beachten.

Mit Kind und besonders mit Baby zu wandern, erfordert eine ganz neue Art der Tourenplanung. Hat man früher eine Flasche Wasser in den Rucksack gesteckt und hat geschaut, wo einen die Füße hintragen, erfordert ein Wanderausflug mit Kind ein wenig mehr Vorbereitung:

  • Wann gibt’s den nächsten Mittagsschlaf
  • Welche Temperaturen sind für kleine Babyfüße noch angenehm?
  • Wann wird nach (welchem) Essen verlangt
  • Wie weit kann schon selbst gegangen werden?
Jeder weiß selbst, was für sich und sein Kind am Besten ist. Ich habe Euch dennoch einen kleinen Leitfaden zum „Wandern mit Kind“ zusammengestellt. Von Tourenplanung, über die Vorbereitung bis zum Packen des Rucksacks findet ihr hier Tipps und Tricks für Eure ersten Ausflüge.
 

1. Wo geht’s hin?

 
Wie immer gilt in den Bergen: Planung ist alles. Besonders wenn man die kostbarste Fracht in Form seines eigenen Kindes dabei hat, sollten die Berg- und Wandertouren besonders sorgfältig geplant werden. Selbst wenn früher 2.000 Höhenmeter am Tag kein Problem waren: Beim Wandern mit Kind liegt der Fokus auf dem Wohl des Kindes. Und das hat meist wenig Lust stundenlang in der Trage zu verbringen. Deswegen: immer, immer klein anfangen. Eine schöne Alm mit einer knappen Stunde Zustieg ist am Anfang für Kind und Mama (!) absolut ausreichend. Denkt dran: Nur wenn’s Mama gut geht, geht’s auch dem Kind gut – legt deswegen auch besonders Wert auf Eure eigenen Fähigkeiten und Bedürfnisse. Meist sind Almen oder Hütten mit Möglichkeit zur Einkehr eine gute Wahl. So hat man ein Ziel vor Augen, die Kleinen können sich auf der Hütte frei bewegen und gegen einen warmen Kaiserschmarrn hat ja auch wirklich niemand was!
 

2. Wie komme ich hin?

 
In Zeiten von WLAN und LTE etwas aus der Mode gekommen, am Berg aber durchaus hilfreich: eine Wanderkarte. Oben am Berg gibt’s nicht unbedingt Netz und sich mit Baby verlaufen ist eher ungünstig. Deswegen: Karte mitnehmen (und auch lesen können!) oder sich eine Wanderkarte offline runterladen. Den Wetterbericht bitte die Tage vorher sorgfältig checken, mit Kind in einen Regen- oder Gewitterschauer zu kommen ist sehr unangenehm oder sogar gefährlich. Sollte im Winter viel Schnee liegen, schadet auch ein Blick in den Lawinenlagebericht nicht.
 

3. Wie komme ich hoch?

 
Kinderwagen? Trage? Kraxe? Die Möglichkeiten, Eure Zwerge auf den Berg zu bringen, sind vielfältig. Es gibt Wanderungen auf breiten Forstwegen, wo wunderbar ein (geländegängiger) Kinderwagen hochgeschoben kann. Das Schieben bergauf ist allerdings eine ziemlich schweißtreibende Sache und ist nicht zu unterschätzen. Für kleinere Kinder, die noch nicht selbst sitzen können, eignen sich Tragetuch oder Babytrage. Ab ca. 6-9 Monaten, wenn das Baby sicher selbst sitzen kann, ist es Zeit für eine Kraxe. Wie bei einem guten Wanderrucksack gilt es hier, sich durch die verschiedenen Modelle durchzuprobieren, und zu testen, welche Trage sich für Kind und Träger gut anfühlt. Und: Das Tragen einer Kraxe oder Babytrage inklusive Kind ist ein ordentliches Zusatzgewicht, das man unbedingt miteinplanen muss!
 

4. Was nehme ich mit?

 
So großartig Minimalismus am Berg für uns Erwachsene auch ist, für die Kleinen muss einfach einiges mit. Generell gilt deswegen: lieber mehr als zu wenig. Dort oben gibt’s keine Drogerie zum Nachkaufen und ein frierendes, hungriges Kind will wirklich niemand. Was ihr wirklich braucht, ist natürlich abhängig von Alter und Bedürfnissen des Kindes, der Jahreszeit, der Wanderung und dem Wetter. Was aber immer dabei sein sollte, ist eine warme Jacke, Mütze und Handschuhe (ja, auch im Sommer), Sonnencreme und Sonnenbrille (ja, auch im Winter), Windeln und genug zu essen und zu trinken. Wandern macht durstig, anscheinend auch in der Trage. Louise hat oft genug am Berg ihre Flasche leergetrunken und sofort nach mehr verlangt. Deswegen immer noch eine extra Flasche nur fürs Kind einpacken. Auch wenn ihr eine Hütte zum Ziel habt, packt genug Brotzeit, Brei oder Milch ein – je nachdem, was beim Kind gerade im Trend ist. Die Hütte kann immer mal spontan geschlossen sein, die Tour braucht doch länger als erwartet, oder der Kindermagen knurrt einfach schon vor Servieren des Mittagessens – eine Extra-Ration schadet nie.
 

5. Was ziehe ich an?

Für uns Erwachsene ist das Wandern meist eine schweißtreibende Angelegenheit, die uns schon nach wenigen Minuten die ersten Schichten ausziehen lässt. Die Kinder, die noch nicht selbst den Berg erklimmen können, sondern in der Trage bei Mama und Papa sitzen, bewegen sich aber nicht. Und frieren deswegen noch, während ihr schon im T-Shirt am Berg steht. Besonders in der Rückentrage haben wir keine Möglichkeit mehr, die Kleinen mit unserer Körperwärme zu wärmen und müssen deswegen auf einige Schichten mehr Kleidung zurückgreifen. Sommer wie Winter hat sich ein Wollwalk-Anzug bewährt, je nach Temperatur kommen noch ein bis zwei (!) weitere (Daunen-)Anzüge darüber.

Im Hochsommer ist der Sonnenschutz das vorrangige Thema. Wer bei großer Hitze auf den Berg geht, setzt am besten auf dünne, leichte, aber vor UV-Strahlung schützende Kleidung und natürlich Sonnencreme. Ein dünnes Tuch kann Babys nackte Füße und Hände noch zusätzlich vor der Sonne schützen.

6. Was brauche ich sonst noch?

Ein, zwei dünne (Mull-)Tücher sind wahre Alleskönner am Berg. Als Wickelunterlage, Sonnenschutz, Handtuch, Spucktuch, Picknickdecke, oder Kissen – sie sind einfach immer im Einsatz und sparen ein wenig extra Gepäck am Berg. Da ist er wieder, der Minimalismus! Für die Schnullerkinder unter uns: mindestens zwei extra Schnuller. Wer schon mal ein müdes Schnullerkind ohne Schnuller erlebt hat, weiß, warum.

7. Und jetzt?

Los geht’s! Ihr kennt Eure Kinder am besten und wisst, was sie über den Tag brauchen. Fangt langsam an und schaut, wie viel „Berg“ Euch guttut. Und kein falscher Ehrgeiz! Wenn ihr (oder das Kind) Euch nicht mehr wohlfühlt, lieber umdrehen. Wer 10 Meter vor dem Gipfel umdreht, ist kein Versager, sondern einfach nur verantwortungsvoll.
Und das zählt, besonders mit Kind, am allermeisten.

Berggehen soll Spaß machen! Und jetzt genießt endlich Euren Kaiserschmarrn und den wahnsinnigen Bergblick!

PSST……: Passende Tourentipps von uns zum Wandern mit Baby gibt’s im Kaiserwinkl Magazin!

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