Wandern mit Baby: Tipps zu Ausrüstung, Tourenplanung, Tragen und Kleidung

Hurra, das Baby ist da! Ist das Bergleben jetzt vorbei? Na, ganz und garnicht! Es wird sogar fast noch ein bisschen schöner, wenn man ein paar Ratschläge beherzigt. Damit Eurem Bergleben mit Baby nichts mehr im Wege steht, findet ihr hier alle Tipps zum Wandern mit Baby: von A wie Ausrüstung bis Z wie Zuhause planen!

Teil 1: Die Basics.

 

1. Die Transportmöglichkeiten.

Trage, Tuch, oder Kinderwagen?
Die Möglichkeiten, sein Kind den Berg hochzutragen, sind mittlerweile endlos.
Wählt einfach das, was für Euch auch im Alltag am Besten ist.
Das gilt dann auch am Berg. Und bitte kauft nicht ins Blaue hinein eine Kraxe für nur einen Wanderurlaub. Das lohnt sich meistens nicht und man kann Kraxen auch oft in den Urlaubsorten vor Ort leihen.

Einen ausführlichen Trageguide findest Du hier !

2. Die Tourenauswahl.

Klein anfangen! Sucht Euch eine nette kleine Tour mit 300 Höhenmetern& einer Hütte/Alm als Ziel. So bleibt ihr entspannt, könnt Euch auf der Hütte erholen und, wenn ihr noch fit seid, immer noch weiterwandern! Mehr zur Tourenauswahl findet ihr in einem extra Artikel hier.

3. Die Must-Haves.

😎Sonnenschutz! Sonnenhut, Sonnencreme und ein dünnes Tuch zum Abdecken der Beinchen in der Trage, oder dem Kopf bei viel Sonne.
🥶 Kälteschutz! Mütze, Handschuhe, Schal, Wollsocken für Babyfüße, extra Jacke und Regenzeug dürfen am Berg nie fehlen. Das Wetter dort oben ist unberechenbar, und auch der Wetterbericht kann mal irren. Behaltet im Hinterkopf: die Temperatur sinkt allgemein um 0,5 Grad pro 100 Höhenmeter. Es kann also frisch werden am Gipfel.
☀️Picknickdecke! Ein kleines persönliches Pausenplatzerl zum Wickeln und für Still- und Krabbelpausen kann niemals schaden.

4. Die Kleidung.

Naturmaterialien sind am Berg wirklich das A und O. Ein Wolle-Seide-Body ist zwar ein bisschen teurer, sein Geld aber absolut wert. Er reguliert die Körpertemperatur von Babies super und trocknet schnell, wenn Mama schwitzt und das Tragebaby dadurch auch nass wird. Es reicht auch wirklich ein Body in der passenden Größe. Dafür muss man ihn auch selten waschen, da er niemals stinkt.
Ein Wollwalk-Anzug schützt zudem vor Wind, Nässe (!) &Kälte. Auch im Sommer!
Und immer..: Zwiebellook rockt! Lieber ein paar Schichten zu viel anziehen und bei Bedarf ausziehen, als ein frierendes Kind.

5. Die Vorbereitung.

🏔Packt genügend Wasser, Essen und Kleidung für Euch ein. Nur eine fitte Mama kann kleine Bergzwerge den Berg hinauftragen! Verlasst Euch verpflegungstechnisch bitte auch nie auf geöffnete Hütten. Die können wider Erwarten Ruhetag haben, oder nicht mehr bewirtschaftet sein. Dasselbe gilt für eingezeichnete Quellen/Brunnen am Weg. Manchmal sind diese ausgetrocknet oder existiieren nicht an der markierten Stelle. Lieber überversorgt und autark, als durstig und abhängig!

🏔Packt ausreichend Windeln, Schnuller etc. ein- ihr wisst am besten, was Euer Baby braucht! Und wer einmal mit zwei verlorenen Schnullern und schreiendem Baby am Berg stand, wird sicherlich beim nächsten Mal noch einen dritten Schnuller mitnehmen.

🏔Checkt den Wetterbericht (Gewitter!), meidet im Sommer die Mittagssonne und nach Süden ausgerichtete Touren!

🏔 Habt Spaß und seid entspannt! Wandern ist Gaudi, keine Challenge. Wenn ihr nie oben ankommt und lieber im See badet – auch schön! 😉 💦

Teil 2: Tourenplanung.

 

Wenn man die ersten Male mit Baby in den Bergen unterwegs ist, sind viele oft unsicher: welche Tour kann ich meinem Kind zumuten? Wieviel schaffe ich? Wohin gehen wir?
Dazu kommen Fragen wie: Was nehme ich mit? Welche Trage brauche ich?

Da das von Familie zu Familie ganz unterschiedlich ist, gibt’s hier ein paar Tipps für Euch, um im Vorhinein Eure passende Tour zu finden.

ZUHAUSE planen. Alles auf sich zukommen lassen, ist meistens cool. Aber nicht mit Kind am Berg. Setzt Euch deswegen schon zuhause mit Eurer Tourenplanung auseinander.
Es gibt tolle Tourenbücher zum Wandern mit Kindern, die Euch eine große Vorauswahl an kindgerechten Touren bieten. Was dabei zu Euch passt, müsst ihr selbst herausfinden. Was dem einen zu wild ist, ist für den anderen vielleicht zu langweilig.
Apps wie z.B. die geniale App von AlpenvereinAktiv lassen Euch im Anschluss die Tour offline speichern und zeigen Höhenmeter etc. genau an. Wir planen gerne generell in der App unsere Touren, setzen Wegpunkte, verbinden diese und schätzen anhand der Kilometer und Höhenmeter ab, ob die Tour für uns machbar ist.

WETTER&EXPOSITION checken. Gewitter am Berg sind uncool. Kalte Füße auch. Checkt bitte genau den Wetterbericht, geht bei Gewitterneigung möglichst früh (oder am besten garnicht) los und berücksichtigt bei der Tourenauswahl die Exposition des Weges.
So schön die Sonne im Frühjahr und Herbst in den Bergen sein mag, meidet man sie im Hochsommer am besten.
Südausrichtung im Hochsommer ist im wahrsten Sinne des Wortes uncool, Norden an kalten Frühlingstagen auch. Wer in der früh losgeht, hat auf ostseitigen Touren Sonne, am Nachmittag haben westseitige Touren Sonne.

LANGSAM anfangen und kontinuierlich steigern.Sucht Euch für den Anfang lieber eine minikleine 150-Höhenmeter Tour aus und macht diese mit links, als dass ihr komplett überfordert seid. Weitergehen kann man immer, aber der Frust ist eindeutig größer, wenn man ein Ziel garnicht erreicht, als wenn man gemütlich auf der Alm sitzt und noch Kraftreserven übrig hat.

ETAPPEN einplanen. Am besten sind Touren, die kleinere Etappenziele am Weg liegen haben. Beispielsweise eine Alm nach 30 Minuten, eine Hütte nach 1,5 Stunden, einen Gipfel nach 2 Stunden. So habt ihr immer die Möglichkeit, weiterzugehen, habt aber auch ein schönes Erlebnis, wenn ihr „nur“ bis zur Alm kommt. Für größere Kinder sind diese Etappen zudem super Zwischenziele, die zum Weitergehen motivieren, als wenn man 3 Stunden lang einen Forstweg hinauf wandert.

ERWARTUNGEN zurückschrauben. Habt keine Erwartungen an den Tag. Vielleicht macht Baby nicht so mit, wie ihr gehofft habt, vielleicht seid ihr schnell müde, vielleicht ist das Wandern doch nicht so Eures. Lasst alles auf Euch zukommen und akzeptiert, dass es vielleicht anders wird, als ihr Euch das erhofft habt.

GEMÜTLICH wandern. Das Stresslevel beim Wandern ist mit Kind definitiv höher. Das Kind quengelt vielleicht schon im Auto, es ist heiß, ihr seid körperlich durch das Tragen ordentlich gefordert und mit dem Kopf immer beim Kind, ob es ihm auch ja gut geht. Macht deswegen öfter Pausen, schnauft tief durch, geht es langsam an. Ihr lauft eh kein Rekordzeiten, also könnt ihr auch gleich langsam gehen!

UMDREHEN erlaubt! Wenn ihr merkt, dass heute gar nix klappt: Umdrehen! SICHERHEIT und SPASS stehen im Vordergrund! Und wer umdreht und sich eingesteht, dass es heute nicht sein soll, beweist Größe, und nicht Schwäche! .. und so ein Tag am See anstatt kann ja auch sehr erfüllend sein…

Und jetzt: viel Spaß in den Bergen!

 

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